DUESENBERG D-Caster


Diese Gitarre hatte ich schon in der Präsentation des LINE 6 Valve Spider 112 (siehe dort) erwähnt und als heißen Kandidaten für meine Sammlung favorisiert. Nun kam aber alles doch ein wenig plötzlicher als zunächst erwartet und das kam so:
Ich konnte endlich die BLADE RH-4 Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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abholen und fragte mal rein informationstechnisch nach, ob es sich bei der DUESENBERG um ein Sondermodell handeln würde; ob es sie nur in dieser Farbe gäbe usw..
Im Grunde hatte ich zwar schon beschlossen, sie zu kaufen, doch ich musste taktisch vorgehen. Die BLADE lag quasi schon im Auto und nun schielte ich schon nach der nächsten. Nach außen hin wurde das zunächst nur mit beiläufigem Interesse kaschiert. Mein Händler nahm mir die Entscheidung schließlich ab. ''Nimm sie mit und bezahle sie nächstes Jahr''. Ich dachte nur ''oder so!''

Wie es der Zufall wollte (obwohl, ich glaube nicht an Zufälle), habe ich immer ein Gigbag im Auto. Nun hatte ich also 2 Gitarren im Auto und damit ein Problem: wie sag ich es meinem Kinde? Will heißen, wie verkaufe ich das meiner (damaligen) Freundin? Es war wieder mal Improvisationstalent gefragt. Ich erklärte das so: ''Schau mal, sieht die nicht klasse aus?'' (ich hielt ihr die BLADE RH-4 vor die Nase und sie bestätigte meine Ansicht) und als Nebensatz sagte ich ''Die Weiße ist nur mal zum Antesten.'' Eine anschließende Diskussion fand nicht statt. Entweder glaubte sie mir oder sie ließ mich in dem Glauben, sie hätte mir geglaubt und wusste es im Grunde besser. Ich meine, sie ist ja nicht blöd. Bloß ein Wort des Lobes über eine Gitarre, die ich bloß mal antesten will und sie weiß, dass das Teil eigentlich schon so gut wie gekauft ist. Ihre Art der Reaktion: Resignation.

Zur D-Caster. Erstmals präsentiert wurde die D-Caster auf der 2007er Messe Ende März/Anfang April. Die Lieferung dauerte dennoch fast 8 Monate. Und selbst nach dieser Zeit suchte man sie auf der DUESENBERG HP zunächst vergebens. Lediglich auf einigen Händler-Seiten wurde sie als Neuheit angekündigt, hier und da ein paar Fotos und wenn man Glück hatte, noch ein paar technische Daten, ansonsten ein lapidarer Verweis darauf, dass diese in Kürze nachgeliefert werden. Das war´s.

Wie die Starplayer TV präsentiert sich die D-Caster DUESENBERG-typisch in einem erfrischenden Retro-Look, den man irgendwie von irgendwoher kennt.
Von der Korpus-Optik her bin ich denn auch recht nahe bei den ersten IBANEZ Artist Double-Cut-Modellen der 26er und 27er Serie. Noch näher bin ich allerdings bei den Duo Jets von GRETSCH aus den frühen 60ern. Und doch ist die D-Caster hiervon meilenweit entfernt.
Bei Caster ist man zwangsläufig bei der Strat oder der Tele. Ich weiß zwar nicht, wie viele Alphabet-Casters DUESENBERG noch raus bringen will, aber eine S-Caster oder T-Caster wird es wohl kaum geben. Dafür gibt es aber eine V-Caster (flaches Les Paul Shaping mit 3 P90-Pickups und Tremolo).
Wir haben es hier mit der D-Caster zu tun und die hat genug Eigenständigkeit, die sie letztlich doch einmalig macht.
Grundsätzlich bin ich ein Freund von symmetrischen Formen (wie bspw. bei der ES). Komischerweise tat ich mich bis zum Kauf meiner ersten SG mit diesem Modell unheimlich schwer. Das Korpusshaping der D-Caster ist fast symmetrisch ohne spitze Ecken. Die Konturen des mit 4 cm recht flachen Mahagony-Korpus sind schön rund und geschwungen. Lediglich der Übergang Decke/Zarge mit Zargen-Binding ist kantig. Dafür weiß der Übergang Zarge/Boden mit einer angenehmen Rundung zu gefallen. Dass hat EPIPHONE bei der Les Paul Standard Limited Edition Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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ähnlich gut gelöst. Ansonsten wird bei der D-Caster auf betonte Ergonomie verzichtet.
Übrigens: das Bass-Pendant zur D-Caster, der D-Bass, kommt noch eleganter daher. Ein wenig Jazz-Bass, ein wenig Precision-Bass, ein wenig GIBSON-Bass. In meinen Augen eines der gelungensten Bass-Designs der letzten Jahre. Wäre ich Bass-Spieler, der D-Bass wär´s, zumindest von der Optik her.

Mit 3.594 Gramm rangiert die D-Caster im guten Mittelfeld. Mit dieser Position gibt sie sich in Sachen Länge aber nicht zufrieden. Sie passt weder in einen Strat/Tele-Koffer noch in einen Les Paul-Koffer. Hier müsste ich also wohl (wie bei der Starplayer TV) wieder auf den Hersteller zurückgreifen, wenn es dieses Modell denn noch gäbe, denn seit 2013 wird die D-Caster nicht mehr gebaut und flog somit aus dem DUESENBERG-Programm.
Ungeachtet dessen hat DUESENBERG übrigens recht ansprechende Koffer.
Somit muss ein GATOR-Koffer reichen, der aber nicht einen Zentimeter kürzer hätte sein dürfen. Das Schöne an diesem Koffer ist, dass man ihn auch als Gitarren- und Comboständer nutzen kann, d.h., der Boden ist klappbar. Der Kabelfachdeckel wird durch ein Band unterstützt und kann einen kleinen Combo-Verstärker tagen
FENDER-Deluxe-Gigbags werden der D-Caster übrigens auch gerecht. Von daher ist keine Eile geboten.
DUESENBERG verwendet bei den Zutaten seiner Instrumente immer wieder sich ähnelnde und für DUESENBERG typische Stilelemente in Form einer dreifachen Abstufung. Betont ausgeprägt an der Kopfplatte zu sehen, aber auch im Firmenlogo, einem simplen, aber gestalterisch aufgewerteten D in Form eines Reliefs auf dem Korpus oder als überlackiertes Emblem aus Chromfolie auf der Kopfplatte, an der Befestigungsplatte der Anschlussbuchse, an der Abdeckung des Halsstabes, den Potiknöpfen und der Kappe des 3-Weg-Schalters. Harmonie, wohin das Auge blickt.
Komplettiert wird das geschmackvolle Ensemble durch eine pfiffige, innovative Technik und einer gelungenen Farbauswahl - Vintage White. Ich liebe diese Farbe. Ich besitze einige Gitarren in Vintage White und bis auf zwei (weil gleicher Hersteller) weichen alle Vintage Whites voneinander ab. Bei der einen driftet es in Richtung Olympic White, welches sich wiederum von anderen Olympic Whites unterscheidet, bei der anderen tendiert es Richtung Ivory oder Blonde in all seinen Ausprägungen. Egal, Hauptsache Vintage White. Weitere verfügbare Farben für die D-Caster sind Blau und Schwarz.
Der Hals besteht aus Ahorn und ist aus einem Stück gearbeitet. Die gekröpft verlaufende Kopfplatte ist nicht angeschäftet. Der Übergang des Halses zum Korpus suggeriert durch die transparente Satinlackierung auf den ersten Blick eine Schraubverbindung. Tatsächlich ist der Hals eingeleimt. Bei der BLADE RH-4 hat man es genau umgekehrt gemacht. Da ist der Hals in Korpusfarbe lackiert, vierfach verschraubt und suggeriert eine geleimte Verbindung. Interessant ist, dass der Hals mit dem lackierten Korpus verleimt wurde. Hab ich so auch noch nicht erlebt.
Das Palisander Griffbrett hat 22 Bünde und gibt hinsichtlich Bespielbarkeit und Entgratung der Bundstäbchen keinerlei Anlass zur Kritik. Wie von DUESENBERG nicht anders gewöhnt, wurde hier eine excellente und akkurate Arbeit abgeliefert. Das gilt übrigens für die komplette Gitarre.

Auf der Decke tut sich einiges, was es zu erwähnen gilt.
Da wären zunächst 2 D (Domino) P90 Pickups, die einen ganz eigentümlichen Sound liefern. Und diesen Sound mag ich. Es gibt Strats, die kommen diesem Sound recht nahe, aber diese P90er klingen insgesamt voluminöser, bassiger, druckvoller, mit mehr Tiefe (nicht dunkler). Dazu kommt bei dieser Gitarre ein sehr gutes Sustain. Unterstützt wird dies nicht zuletzt durch die Saitenführung durch den Korpus, wobei die Führungsösen durch den Korpus gestaggered sind. Allerdings haben die Ösen 1+6 (lang), 2+5 (mittel) und 3+4 (kurz) identische Längen. Von innen nach außen nimmt die Länge zu. Ob das nur der Optik dient, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass das gut aussieht und dass diese Gitarre fantastisch klingt.
Der Gag dieser Gitarre ist eine nette Spielerei in Form eines kleinen Hebels, mit dem man je nach Wahl über einen Schiebeschalter den Ton ähnlich wie bei einem Wah-Wah variieren kann oder den Ton wie bspw. bei einer Les Paul in kurzen Abständen ausblenden kann.
Die Pickups und die Schaltelektronik befinden sich auf 2 Pickguards, die in einem mit der Lackierung hervorragend korrespondierenden Vintage White gehalten sind.
Die Potiknöpfe sind wie bei DUESENBERG üblich, an der Spitze 3-fach abgestuft. Anstelle einer 10er Skala verfügen die Knöpfe über eine seitliche Einkerbung.
Der Tonregler verfügt nur über ca. 1/5 Weg. Das nennt sich dann Speed-Pot. Mit dem bekommt man den nachfolgend beschriebenen Effekt ebenfalls sehr gut hin.
Der Hebel neben dem 3-Way-Switch ist gegengefedert und hat eine Doppelfunktion. Sobald der Swell-Effekt mittels des linken Schiebeschalters eingeschaltet wird, kann über den rechten Schiebeschalter (siehe Foto) zwischen Wah-Wah-Effekt oder Ton-on-off-Effekt gewählt werden. Ist einer der Effekte gewählt, ist der Volumenregler inaktiv. Das ist ein nicht unbedingt zwingend erforderliches, aber doch ganz nettes Gimmick, was sich DUESENBERG da hat einfallen lassen. Nicht so effektvoll wie das automatische Stimmsystem der Robot-Guitar von GIBSON oder die Variabilität der FENDER VG-Strat aber doch ganz nett, wie ich finde.
Den in meinen Ohren überragenden Sound auch dieser DUESENBERG-Kreation bloß als nett zu bezeichnen, wäre in etwa das gleiche, als würde ich einen AMG-Mercedes bloß als Auto bezeichnen.
Sicher eine Frage der Erwartungshaltung und dessen, was man üblicherweise gewohnt ist, aber mal ehrlich, Untertreibung sollte man nicht übertreiben.
Auch wenn ich an jeder meiner Gitarren Spaß und Freude habe, die DUESENBERGs tun sich gerade in klanglicher Hinsicht immer wieder hervor. Das gefällige Äußere, die Detailverliebtheit und die hervorragende Verarbeitung machen sie zu etwas Besonderem.

Listenpreis am Kauftag: 1.320,- Euro, gekauft Dezember 2007 für 950,- Euro.

die wichtigsten Eckdaten:
Modell: DUESENBERG D-Caster
Herkunftsland / Baujahr: Deutschland / 2007
Korpus: Vollholz (Mahagoni)
Hals: Ahorn (satiniert), geleimt
Griffbrett: Palisander mit Dot-Einlagen, 22 Bünde
Brücke: Stop Bar
Mechaniken / Sattel: DUESENBERG mit geschlitzten Achsen, geschlossen
Elektronik: 2 D (Domino) P90 Tonabnehmer, 3-Weg-Toggle-Schalter mit 3 stufiger Chromkappe, Swell-on-off-Hebel, 1 Volumen-, 1 Ton-Regler (1/4-Weg), 2 Schiebeschalter für Swell- bzw. on-off-Effekt.
Gewicht: ca. 3.590 g
Farbe: Vintage White
Besonderheit(en): Swell- bzw. on-off-Effekt

Nachtrag 12/2008: die D-Caster gab es seit Anfang 2008 auch mit einer SSH-PU-Bestückung.
Bei den Tonabnehmern handelt es sich um sog. Toaster-Pickups. Toaster deshalb, weil der Humbucker von oben wie ein verchromter Toaster aussieht. Die beiden Single-Coils dürften lediglich halbierte Toaster-Humbucker sein. Der Preis dieses Modells liegt offiziell bei 1.420,- Euro. Erhältlich ist die D-Caster-Toaster aber schon für knapp über 1.200,- Euro. Lieferbare Farben wie bei der D-Caster P-90 Domino: Vintage White, Black und Lake Placid Blue. Mit dem aufgemotzten D-Caster Modell hätte ich mal eine geraume Zeit ernsthaft geliebäugelt.
Aus welchen Gründen auch immerhat DUESENBERG die D-Caster-Modelle aus dem Programm genommen. Eigentlich schade.
Mittlerweile tendiere ich dennoch eher zu den 2016er Semi-Akustik Modellen. Eine schöner als die andere und klanglich wie verarbeitungstechnisch über jeden Zweifel erhaben. Bei grober Auswahl käme ich spontn auf DUESENBERG-Gitarren im Verkaufswert von über 10.000,- €. Gran Majeso bzw. Gran Royale, die Modelle der Alliance-Serie (Joe Walsh, Eagles 40th Anniversary bzw. Mike Campbell), oder die Modelle CC Fullerton/Fullerton Elite/Hollow, 440 oder Imperial, um nur ein paar zu nennen. Und selbst bei denen stände ich wieder vor einem Dilemma - die Qual der Wahl hinsichtlich Modell und dann noch, welche Farbe.

Warum DUESENBERG die D-Caster-Modelle seit 2013 nicht mehr im Programm hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Dieses Schicksal teilen sie allerdings mit einigen DUESENBERG-Kreationen.

Ist DUESENBERG eine ernst zu nehmende Konkurrenz für GIBSON? Soundtechnisch ab-so-lut. Von der Verarbeitung her liegen da allerdings Welten zwischen. Da kackt GIBSON gegenüber DUESENBERG nämlich kläglich ab. Ich weiß, das mag kein GIBSON-Jünger hören. Die würden ja sogar noch den Schrott kaufen, den GIBSON nach der Flutkatastrophe Anfang Mai 2010 auf den Müll expedierte, Hauptsache es steht GIBSON auf der Kopfplatte. Vor diesem Hintergrund schäme ich mich fast für jede meiner GIBSONs mit Werksmacken. Da hätte ich mir wirklich besser eine DUESENBERG kaufen sollen.