alles unter einem Dach


Was willst Du mit so vielen Gitarren? Wer von denen, die mehr als eine handvoll Gitarren besitzt, hat diesen Spruch noch nicht gehört? Nicht selten kommt dann noch der Hinweis, man sollte das Geld für viele billige Gitarren doch besser in eine teure, wertige, am Besten noch mit Wertsteigerungspotential, investieren. Grundsätzlich keine schlechte Idee, wenn es nur um die Finanzschiene ginge. Aber hinter diesem Hobby steckt wesentlich mehr. Ich habe meine Gitarren nie nach dem Wertefaktor gekauft. Natürlich standen und stehen auch teure Gitarren auf meinem Wunschzettel. Teilweise konnte ich bestimmte Positionen auf dem Wunschzettel auch schon streichen. Nun ist es aber nicht so, dass man Spaß am Hobby Gitarre findet und gleich mit einer was weiß ich – FENDER Artist Signature Eric Clapton oder einer GIBSON Les Paul Custom oder Supreme einsteigt, obwohl ich schon mal einen Testbericht von einem gelesen habe, dessen erste Gitarre eine GIBSON Les Paul Supreme war (Bewertung der Features: 4 von 5 Sternen, Soundbewertung: 4 von 5 Sternen, sagt aber: klasse Klang. Ja watt denn nu? 4 Sterne is nich 5 und 5 is klasse). Die erste E-Gitarre wird meistens eine Kopie sein. Da fällt die Wahl schon schwer genug, selbst wenn man sich schon darüber im Klaren ist, ob es eine Strat-Kopie oder eine Les Paul-Kopie sein soll und damit haben wir gerade mal 2 Typen eingegrenzt. Der Markt bietet weitaus mehr.
Das Angebot erschlägt einen fast und der Markt hält zig interessante, schöne und gute E-Gitarren bereit. Da kann es schon mal vorkommen, dass man den eingeschlagenen Weg, der zum ersehnten Ziel (z.B. GIBSON Les Paul Custom) führen soll, verlässt und sich einer anderen schönen und guten Gitarre zuwendet und sie schließlich kauft, weil die Customs gehen ja nicht rennen. Auch mir liefen im Laufe der Zeit immer wieder schöne und gute Gitarren über den Weg und da ich just in dem Moment auch über das nötige Kleingeld verfügte, habe ich sie gekauft. Das heißt nun nicht, dass ich über zu viel Geld verfüge oder auf eine GIBSON Les Paul Custom nicht hätte sparen müssen. Hätte ich zu viel Geld, dann würde wohl selbst ein Hangar irgendwann zu klein.
Eine umfangreiche Gitarrensammlung kann man nur einem Sammler plausibel machen. Dass meine Sammlung sowohl gute und teure Originale als auch Kopien und Modelle aus dem unteren Preissegment beinhaltet, lässt sich vielleicht mit einem Vergleich erklären.
Nehmen wir einen Sammler von Oldtimern. O.K., andere Preisliga, aber ich denke, der Vergleich klärt auf. Wer im großen Stil Oldtimer sammelt, der wird u.U. einen MERCEDES BENZ 300 SL Flügeltürer, einen 59er CADILLAC Eldorado, einen ROLLS ROYCE Corniche und andere Nobel-Oldtimer in seiner Sammlung haben. Was aber spricht dagegen, auch einen FIAT 500 Topolino, eine BMW Isetta oder einen VW Brezelkäfer in der Sammlung zu haben. Auch das sind interessante Oldtimer mit einem eigenen Status.
Ähnich ist es mit Gitarren, die zwar billig/günstig sind, aber eben einzigartig klingen.
Es gibt durchaus Songs, zu denen würde ich bspw. eine SQUIER Deluxe Hot Rails Strat für unter 300,- Euro eher nehmen, als eine GIBSON Les Paul (egal welches Modell).
Leider machen einige die Qualität einer Gitarrensammlung an den Preisen und der Wertigkeit der einzelnen Modelle fest. Und nicht selten werden dabei Äpfel mit Birnen verglichen. Welchen Sinn macht es denn, eine JOHNSON JP-PRD-SB (PRS-Kopie) mit einer PRS Custom 22 Ten-Top zu vergleichen? Das bringt bestenfalls in Sachen Optik etwas und da lassen wir uns ja viel zu gerne durch den Schriftzug auf der Kopfplatte diktieren, was besser aussieht oder besser klingt/ist. Grundsätzlich sollte man bei Vergleichen aber doch in der gleichen Preisklasse bleiben, damit es ansatzweise fair bleibt.
Diejenigen, die alles, was nicht US-FENDER, GIBSON oder PRS ist, als Schrott abtun, sind meiner Meinung nach eh diejenigen, die ich zuletzt nach einer objektiven Meinung fragen würde. Objektivität zu bewahren ist in diesem Genre schon schwierig genug, aber bei diesen Typen würde ich vor Gericht sofort einen Befangenheitsantrag stellen.

Und genau diese Typen werden jetzt wohl sagen: Weiß er überhaupt wovon er redet? Aber sicher weiß er, wovon er redet, denn er hat im Laufe der Zeit zig Kopien mit zig Originalen abgleichen können und fand zahlreiche Kopien und auch günstige Gitarren ohne konkretes Vorbild für gut genug, sie zu kaufen und in seine Sammlung zu integrieren.
Jeder darf mit Recht stolz auf seine Schätzchen sein, zumal die Güte und Qualität (sicher gibt es Unterschiede) nichts aber auch gar nichts darüber aussagt, wie gut der jeweilige Besitzer/Spieler ist. Ein guter Gitarrist holt aus nahezu jeder Gitarre einen guten Sound raus. Allerdings gibt es durchaus Gitarre-Amp-Kombinationen, die nicht wirklich harmonieren wollen.
Im Laufe der Jahre kamen so an die 100 E-Gitarren, ein paar Akustik-Gitarren und 14 Verstärker + diverse Effektgeräte zusammen. Damit jetzt aber keiner auf die Idee kommt, ich hätte für diese Präsentation das Equipment von diversen Kumpeln zusammen getragen, will ich Euch zeigen, wo und wie mein Fuhrpark untergebracht ist, wenn Spielpause ist.
Der Fuhrpark umfasst bzw. umfasste zeitweise folgende Gitarren/Amps/Effektgeräte:

G I T A R R E N :

BLADE
Texas Classic TC-1 (Vintage White) / Texas Standard TE-2 (3-Colour-Sunburst) / R-3 (Purple Rain) / RH-4 (Honey Burst) / RH-4 (Misty Violet) - alles Strat-Kopien

BURNS
Brian May Signature 'Red Special' (Red)

COOLMAN CUSTOMIZED GUITARS
Telecaster Custom CC 111 (Natural)

DIEGO
de luxe Stratocaster (Vintage White)

DiMAVERY
ST-503 (Plexi-Strat)

DUESENBERG
D-Caster (Vintage White) / Starplayer TV (Black)

EPIPHONE
EJ 200 Jumbo (Korea) (Natural) / Sheraton II (Korea) (Vintage Sunburst) / B.B. King Lucille (Korea) (Ebony) / Firebird Studio (Korea) (Vintage Sunburst) / Firebird 1963 V (Korea) (Vintage Sunburst) / Les Paul Classic Birdseye (Korea) / Les Paul ´56 Goldtop (Korea) / Les Paul Standard Ebony Limited Edition (Tschechien)(Black) / Les Paul Custom (Korea) (Alpine White) / Les Paul Custom Black Beauty 3 PU Vibrotone (Korea)(Piano Black)

FENDER
Stratocaster: American Vintage 1957 Stratocaster (USA) (2-Colour-Sunburst)/ American Standard Stratocaster (USA) Olympic White) / American Standard Stratocaster Special Edition (USA) (Daphne Blue) / Chris Rea Stratocaster (Mexico) (Fiesta Red) / Eric Clapton Stratocaster (USA) (Black) / Jimmie Vaughan Stratocaster (Mexico) (Olympic White) / Richie Sambora Stratocaster (USA) (Vintage White) / Ritchie Blackmore Limited Edition Stratocaster (Japan) (Olympic White) / Ritchie Blackmore Stratocaster (Mexico) (Olympic White) / Classic 50s Stratocaster (Mexico) (2-Colour-Sunburst / Classic 60s Stratocaster (Mexico) (3-Colour-Sunburst) / Classic 70s Stratocaster (Mexico) (Natural) / Classic Player 50s Stratocaster (Mexico) (2-Colour-Sunburst) / Classic Player 60s Stratocaster Mexico) (Sonic Blue) / Deluxe Fat Strat HSS (Mexico) (Black) / Deluxe Super Stratocaster (Mexico) (Honey Blonde) / Deluxe Players Stratocaster (Mexico) (Honey Blonde) / FSR Deluxe Vintage Player ´62 Stratocaster (USA) (Olympic White) (verkauft) / Road Worn 50s Stratocaster (Mexico) (2-Colour Sunburst) / Road Worn 60s Stratocaster (Mexico) (Olympic White) / Special Edition Lite Ash Stratocaster (Korea) (Natural) / Special Edition Koa Stratocaster (Korea) (Koa) / (Mexico) Standard Stratocaster HSS mit Floyd Rose (Olympic White) / (Mexico) Standard ROLAND Ready Stratocaster (Olympic White) / 50th Anniversary Golden Stratocaster (Mexico) (Aztec Gold) / Stratacoustic (China) (Black) / VG-Stratocaster (USA) (3-Colour-Sunburst)

Telecaster: Jim Adkins JA 90 Thinline Telecaster (Indonesia) (Crimson Red Transparent) / Classic ´72 Telecaster Custom (Mexico) (Black) / Classic ´72 Telecaster Deluxe (Mexico) (Walnut) / Classic ´72 Telecaster Thinline (Mexico) (Natural) / Classic Player Baja Telecaster (Mexico) (Desert Sand) / Rosewood Telecaster (Mexico) (Rosewood) / Special Edition Lite Ash Telecaster (Korea) (Natural) / Special Edition Koa Telecaster (Korea) (Koa) / Standard Telecaster (Toploader) (Mexico) (Blonde)

FENIX
Stratocaster: ST-20 (Vintage White)
Telecaster: TC-20 (Translucent Blue)

GIBSON
ES 335 Dot Reissue Figured Top (Cherry Red) / Firebird V (Vintage Sunburst) / Les Paul Classic 1960 Reissue (Cinnamon) / Les Paul Custom ´Black Beauty´ (Ebony) / Les Paul Deluxe Limited Edition (Winered) / Les Paul Deluxe Goldtop / Les Paul Goldtop P-90 Limited Edition / Les Paul 1957 Goldtop Reissue Historic Collection (Gold) / Les Paul Push Tone (Guitar of the Month Mai 2008) (Natural) / Les Paul Standard Ebony / Les Paul Standard Premium Plus (Trans Amber) / Les Paul Standard Premium Birdseye / Les Paul Supreme (Heritage Cherry Sunburst) / Les Paul Supreme (Desert Burst) / SG Standard (Heritage Cherry) / Limited Run 50th Anniversary Derek Trucks Signature SG (Heritage Cherry)

GODIN
Radiator (Pearloid Black)

HÖFNER
Shorty (Red)

HOHNER
GPC32R ´Porty´

IBANEZ
Concord 12 Jumbo / Performance 6 / S 470 / SAS36 FM

JOHNSON
JP-AT-SB Jazzgitarre (Honey Burst) / JP-ES-BR (ES-Style, Violin Sunburst)/ JP-WF-IV (White Falcon Single-Cut Style, Ivory) / JP-LP-DS-SB 20th Anniversary Edition (Les Paul Style, Vintage Sunburst), JP-LPD-SB (Les Paul Style, Vintage Sunburst) / JP-LPF-CT (LP-Style mit F-Loch, Trans Amber) / JP-PRD-SB (PRS-Style, Vintage Sunburst)

KIRKLAND
C 11 (Konzert-Gitarre, Black/Aubergine)

OVATION
268 CC Celebrity (Black)

PAUL REED SMITH (PRS)
Custom 22 (Matteo Blue)

ROLAND
VG-99 Testgitarre (Orange)

SAMICK
SAN 450 (ES 335 Kopie) (Winered) / Formula II (Tele-Style) (Translucent Red)

SQUIER (by FENDER)
Deluxe Hot Rails Stratocaster (Olympic White) / Showmaster 20th Anniversary (Moon Blue) / Classic Vibe Telecaster Thinline (Dark Natural)

STAGG
S-311-YW (Yellow) (Nachbau einer Tom Delonge Strat)

VESTER
Stage Series Telecaster (Vintage White)

V E R S T Ä R K E R :

BLACKSTAR
HT5R (Combo - Röhre - 5 Watt)

ENGL
E 650 Ritchie Blackmore Signature (Top - Röhre - 100 Watt) + Fußleiste

FENDER
Super-Sonic 22 (Combo - Röhre - 22 Watt) + 4-fach Fußschalter / Hot Rod Deluxe (Combo - Röhre - 40 Watt) + 2-fach Fußschalter

LINE6
Spider Valve 112 (Röhre-Modeling - 40 Watt) + VSR Shortboard / Spider Jam (Modeling - 75 Watt) + VSR Express Board

MARSHALL
AS 100 D (Combo - Transistor - 2 x 50 W) + 1-fach Fußschalter / MF 350 Mode Four (Top - Hybrid - 350 Watt) + Fußleiste + Box MF 400 A / Valvestate VS 265 R (Combo - Hybrid - 2 x 65 Watt) + 3-fach Fußschalter + Zusatzbox / Class 5 Combo

PARK (by MARSHALL)
G 15 R CD (Combo - Transistor - 15 Watt)

PEAVEY
Mace (Combo - Röhre - 160 Watt RMS) / Transtube Envoy 110 (Combo - Hybrid - 40 Watt) + 2-fach Fußschalter / Windsor Studio Combo (Combo - Röhre - 15 Watt) + 2-fach Fußschalter

ROLAND
Micro Cube (Mini-Amp - Modeling - 2 Watt) / Jazz Chorus JC-120 (Combo - Transostor, 2 x 60 Watt)

VOX
2 x Valvetronix AD 120 VT (Combo - Modeling - 2 x 60 Watt) + VC-4 Floorboard + VC-12 Floorboard / VOX AC30 C2X

E F F E K T E , M U L T I E F F E K T E , T O O L S , H O M E R E C O R D I N G

BOSS
Amp-Simulations-Pedale: BC-2 Combo Drive (VOX AC 30) / FBM-1 (´59 FENDER Bassman) / FDR-1 (´65 FENDER Deluxe Reverb) / ST-2 Power Stack (MARSHALL Plexi)
Equalizer: EQ-7 Equalizer / EQ 20 Advanced Equalizer
Multieffekte: JS-8 eBand
Multitrack-Recorder: Micro BR
sonstige: 3 x LS-2 Line-Selector

DIGITECH
Digidelay / Jam Man Looper + Fußschalter / RP 200

ELECTRO HARMONIX
Small Stone Phaser (ca. Mitte 70er Jahre)

FOSTEX
Modell 160 Multitrack-Recorder mit Cassette / MR-8 Mk II Digital Multitrack-Recorder

GRUNDIG
TS 1000 Tonbandmaschine mit Multiplay/Overdubbing - kann wie die AIWA Tondabandmaschine von Ritchie Blackmore als Pre-Amp und Delay genutzt werden.

HOTONE
Skyline Series Blues
Skyline Series Chunk
Skyline Series Eko

KORG
2 x Toneworks AX 3000 G Workstation (Multieffekt)

LINE 6
POD 2.0 (Multieffekt) / Pocket Pod (Multieffekt) / Relay G-30 (Funkanlage)

ROLAND
VG-99 + Fußbedienteil FC 300 + VG-99 Testgitarre (mit dem ROLAND Jazz Chorus JC-120 quasi das ROLAND VG-99 Testcenter) / GR-55 S Gitarrensythesizer / US-20 Unit-Selector zur parallelen beider Effektgeräte.

SENNHEISER
EM 1003 (Funkanlage)

TASCAM - CD-GT 1 Guitartrainer (+ CD-Player mit bis zu 50 Prozent Geschwindigkeitsreduzierung OHNE Tonlagenänderung + Effekteinheit + Ampsimulation + Tuner)

VOX - ToneLab LE (ähnlich KORG AX3000G)(Multieffekt)

Das meiste befand sich bis zur Anmietung der Nachbarwohung und Wanddurchbruch im Wohnzimmer – quasi immer griffbereit.
Einige Verstärker inkl. Effektgeräte waren und sind miteinander kombiniert, so dass ich sie über 3 BOSS LS-2 Line-Selectors per Pedal aktivieren und wenn nötig kombinieren kann.
Änderungen der Schaltungen sind jederzeit möglich. Wichtig war und ist, dass ich jeden Amp auf jeden Fall auch direkt und ohne Zwischengeräte ansteuern kann, um den jeweils Amp-typischen Sound zu erhalten. Einen Line Selector betrachte ich in diesem Zusammenhang nicht als störend, weil damit lediglich der Signalweg geroutet wird.
Aktuell nutze ich den EPIPHONE Triggerman 100 mit einem LINE6 Pocket Pod. Fürs jamalong nutze ich den BOSS EJ-8 e-Band über den MARSHALL AS 110 D

Der ROLAND Jazz Chorus JC-120 muss auch noch für das YAMAHA PSR-295 Keyboard herhalten.

Solange ich den Sound über eine Workstation laufen lasse, versuche ich, die vorgegebenen Einschleifwege zu nutzen. Keyboard, Jam Man Looper, Guitar-Trainer und e-Band werden über die am Amp regelbaren Kanäle geroutet. Wenn ich den Sound dann noch mit ein wenig Hall und Delay garniere, dann hebt der Sound förmlich ab. Einzelvorschaltgeräte wie bspw. Delay gehen immer durch die Vordertür.
Durch die BOSS-LS-2 Line-Selectors wären zudem noch weitere Parallelschaltungen wie über den POD 2.0, die KORG AX 3000 G Workstation, das VOX ToneLab LE oder den VG-99 mit ihren Stereoausgängen möglich, d.h. ich kann jeden Amp mit einem anderen Amp parallel schalten – Röhre mit Röhre, Röhre mit Transistor, Transistor mit Modeling, Modeling mit Röhre oder Modeling mit Modeling oder was auch immer. Da kommen mehr Möglichkeiten zusammen, als man überhaupt durchtesten kann. Im Extremfall kann ich alle Amps gleichzeitig nutzen, heißt konkret: MARSHALL Valvestate VS 265 R über DIGITECH RP 200 und gleichzeitig über LINE6 POD 2.0. Parallel zum Signalweg über den POD 2.0 wird der MARSHALL AS 100 D angesteuert, der gleichzeitig ein über die KORG AX 3000 G angereichertes Signal bekommt. Dieses Signal erhält auch der ROLAND Jaz-Chorus JC-120. GLEICHZEITIG wird der LINE6 Spider Valve 112 ungefiltert angesteuert. Gleiches gilt für den VOX Valvetronix AD 120 VT. Alleine durch diese A+B-Schaltung aller 3 BOSS Line Selectors ergeben sich Soundmöglichkeiten, die man mit einem Amp alleine nie und nimmer hinbekommt.
Alle Vorschaltgeräte haben Bypass-Schaltung, so dass ich jeden Amp mehr oder weniger clean spielen kann. 100 Prozent true ist es nicht immer, aber 98 Prozent tun es auch.
Mit den möglichen Kombinationen kann ich jedem Sound mehr Volumen, mehr Tiefe und mehr Farbe geben, ohne die Lautstärke anheben zu müssen. So bekomme ich selbst bei moderater Zimmerlautstärke so ziemlich jeden Sound hin, den ich hinbekommen will.
´Stairway to Heaven´ mit einer VESTER Telecaster-Kopie? Kein Problem. Clapton, Blackmore, May, Satriani? Vom Sound her alles kein Thema, vom Können her … – da übe ich noch.
Dabei habe ich aber auch wiederholt die Binsenweisheit bestätigt bekommen, dass einerseits längst nicht jede Gitarre über jeden Amp gut klingt und man andererseits eben auch eine billige Gitarre durch die Wahl einer funktionierenden Gitarren-Amp-Kombination wirklich zum Klingen bringen kann (she. ´Stairway to Heaven´. Da muss für die only-a-GIBSON-Les-Paul-is-good-enough-Fraktion bzw. diejenigen, die da behaupten, dass nur eine GIBSON wie eine GIBSON klingt ja eine Welt zusammen gebrochen sein, als Les-Paul-User-Aushängeschild Jimmy Page offenbarte, dass dieser Song mit einer simplen 1959er Telecaster über einen SUPRO-Amp eingespielt wurde. Als ich das gehört habe, hätte ich mich beömmeln können. Glückwunsch an die GIBSON-und-sonst-nix-Fraktion, wobei man eigentlich der FENDER Telecaster-Fraktion gratulieren müsste).
Ferner ist eine Mischung aus Clean und Crunch/Distortion möglich, die man mit einem Amp alleine nicht hinbekommt, von möglichen Doppeleffekten (bspw. Delay-Delay a la U2 oder Brian May) oder modelierten Amp-Kombinationen (bspw. MARSHALL-FENDER) ganz zu schweigen. Dieses Prinzip greift ja der ROLAND VG-99 mit seinen 2 integrierten BOSS GT-8 auf.


Die Gitarren.

Der ganze eingangs erwähnte Kram muss irgendwie unter gebracht werden. Das erfordert in meinem Haushalt fast schon logistische Überlegungen. Dank einer 4 Meter hohen Decke kann ich einen nicht geringen Teil meiner Sammlung auf dem Schrank unterbringen. Wenn es ganz eng wird, kämen kurzfristig vier 7er Ständer auf dem Schrank in Betracht. Sähe allerdings ein wenig einfallslos und undekorativ aus. Bei mir kommt aber Funktionalität vor Design.

Ein weiterer Teil steht in drei 5er-Racks bzw. hängt an der Wand. Es ist geplant, die 5 Haken um einen 6. Haken zu erweitern und über dieser Reihe eine 5er-Reihe zu montieren, so dass 11 Gitarren im Wechsel über-/unter- bzw. nebeneinander hängen. Dafür müssen die bereits montierten Haken aber zunächst wieder demontiert und die Löcher kaschiert werden. Ich suche noch nach einer optisch ansprechenden Lösung. Der Haken mit den Haken: die Wand besteht aus Rigips. Ich bin aber jüngst über Haken gestolpert, die benötigen nur ein winziges Einschubloch und sollen bis zu 30 Kilo sicher halten. Das könnte die Lösung sein.

Desweiteren war mal angedacht, in knapp über 2 Meter Höhe eine 2. Ebene, eine Art Galerie/übergroßes Regal als Über-Eck-Fortsetzung der Stellfläche auf dem Wohnzimmerschrank zu montieren. Zwischenzeitlich bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, auch hier eher eine versetzte Doppelreihe mit Haken anzubringen, was Platz für ca. 15 (7 oben, 8 darunter) Gitarren schaffen würde. Alternative wäre noch eine Kombination aus Galerie/Regal und Hakenlösung. Wie auch immer – die Racks wären frei, könnten eben zerlegt und weggestellt oder neu befüllt werden. Wie ich mich kenne, wäre wohl letzteres der Fall.
Der Rest der Gitarren verteilt sich im Schlafzimmer, Flur und der nicht genutzten Küche der 2. Wohnung.

Das Bett habe ich auf zwei Untergestelle ((L) 200 cm x (H) 50 cm x (T) 40 cm) gesetzt, wodurch man in die Untergestelle selbst je 3 Gitarrenkoffer hintereinander hochkant legen oder 4 übereinander platt hinlegen kann und in den Zwischenraum der beiden Untergestelle je nach Kofferdicke 6 bis 7 Koffer Platz finden.

Ich muss zugeben, dass es dennoch langsam eng wird und ich mich seit geraumer Zeit kauftechnisch zurück halte. Somit ist Improvisation gefragt. Wie gesagt, bei den Koffern handelt es sich nicht etwa um die Koffer der im Wohnzimmer befindlichen Gitarren, sondern in den Koffern sind Gitarren. 2 oder 3 Koffer sind vielleicht leer, so an die 5 Gigbags ebenfalls, aber in den restlichen Koffern und Gigbags befinden sich Gitarren. Ich hoffe, diese irgendwann auch mal raus lassen zu können, damit sie mal das Tageslicht sehen und auch häufiger gespielt werden.
Ich brauche Platz, zumal ich mir gerne noch einen FENDER ´65 Twin Reverb zulegen würde. Wenn ich Glück habe und wenigstens noch einen aus den 70ern ergattern kann, wäre ich auch nicht traurig.
Das eine oder andere Top Teil (angedacht war mal der PEAVEY Joe Satriani und/oder der VHT (jetzt FREYETTE) SIG-X) habe ich erstmal hinten angestellt. Da wird mir sicher noch mindestens eine Gitarre dazwischen kommen und derer stehen auch noch einige auf meinem Wunschzettel, von dem, was da in den kommenden Jahren noch an Neuheiten auf den Markt kommt, ganz zu schweigen. Ich bin ja schon nach jeder Messe dankbar, wenn nichts dabei, was mir gefällt oder gefallen könnte.
Wie gesagt – Improvisation ist gefragt. Ich habe mich daher auf die alten Traditionen der Kannibalen und Kopfjäger Papua Neu-Guineas besonnen (Schrumpfköpfe und so´n Zeugs) und Gitarren (teilweise mit Koffer) geschrumpft (she. Miniaturen) :-).

We eingangs schon angemerkt, habe ich die Nachbarwohnung angemietet (she. auch Update Oktober 2012). Das ist ein Eineinhalbzimmer- Appartement. Die Trennwand habe ich von einer Fachfirma aufstemmen und einen Durchgang in Türgröße einsetzen lassen. Die Mieter der übernächsten Wohnung bekomme ich kaum zu Gesicht (sehr scheue Leute), die Mieterin eine Etage tiefer ist sehr verständnisvoll, was Lautstärke angeht (bei 3 kleinen Kindern ist sie
Lautstärke gewohnt) und die Mieterin zur anderen Seite wohnt schon im Nachbarhaus und zwischen meinem Studio und ihrem Wohnzimmer liegen beide Schlafzimmer. Ideale Bedingungen also und bislang fühlte sich auch niemand gestört.

Jede Frau (bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen) bekommt bei so vielen Staubfängern und Lautstärke (ich weigere mich das Lärm zu nennen) verständlicherweise die Krise, weil Madame ja nirgends zwischen und dran und drumrum und so weiter kommt und sie die obligatorische Migräne selbst bei moderater Lautstärke zum Wahnsinn treibt. Deswegen ist mein Haushalt auch ein Single-Haushalt (und bleibt es auch) - mein Himmel auf Erden. Hallelujah! Wäre es nämlich anders, dann könnte das Ende meines Himmelreiches so aussehen, wie auf dem Poster mit dem Atompilz. Eine schreckliche Vorstellung (und das meine ich nicht wegen der Les Paul).
Das Poster war übrigens eine Entschuldigung des seinerzeitigen deutschen GIBSON-Vertriebes für die verzögerte Zusendung meiner GIBSON ES 335. Es gibt aus dieser Reihe mindestens noch ein weiteres, wie ich finde sehr schönes Poster, wo der Korpus einer Semi-Akustik Thinline Single-Cut in Ivory neben einer nackten, weißen Frau in Hockstellung (Rückenansicht) abgelichtet ist - fototechnisch allererste Sahne.

Update Oktober 2012: Der Nachbar ist ausgezogen, der Mietvertrag für die Nachbarwohnung ist unter Dach und Fach, die Wand ist durchbrochen. Die Nummer ließ sich etwas schwieriger angehen, als angedacht, da die Wand der Nachbarwohnung im Gegensatz zu meiner angrenzenden Wand nicht aus Rigips, sondern gemauert ist. Das ist eine tragende Wand. Die Erlaubnis, die Wand zu durchbrechen, war an die Vorgaben gekoppelt, dass dies a) nur eine Fachfirma machen darf und dass b) der Durchgang nicht breiter als eine normale Tür wird. Die Vorgaben habe ich selbstverständlich eingehalten.
Bevor es ans Einrichten ging, musste erstmal der ganze Staub, der bei so einer Aktion zwangsläufig anfällt, beseitigt werden. Und in Kenntnis dessen, dass es gewaltig stauben wird, habe ich alles, was empfindlich ist, erstmal in Sicherheit bringen müssen. Die Verstärker kamen größtenteils ins 2. Badezimmer, Gitarren und anderer Kleinkram in die 2. Küche. Alles musste so gut es ging hermetisch abgeplant werden. Aber dieser feine Drecksstaub kommt über all hin. Sowas hängt einem Monate nach.
Schließlich musste der Durchbruch verkleidet werden, Bretter mit Gitarrenhaken mussten montiert werden usw.. Es gab noch reichlich zu tun.

Sei's drum – das Gröbste ist vollbracht. Den Rest erzählen die Fotos.