GIBSON Les Paul P-90 Goldtop Limited Edition


Da ist sie nun – die GIBSON Les Paul Goldtop mit P-90er Pickups. Wenn man sie das erste Mal sieht, dann ist man ohne Umwege bei der ´56 Gold Top. Aber dies hier ist natürlich keine originale ´56 Goldtop und auch keine ´56 Goldtop aus der Historic Collection des Custom Shop und auch kein Modell der V.O.S (Vintage Original Spec) Reihe. Korrekt handelt es sich bei dieser GIBSON um eine Les Paul Standard mit einem 60s Slim Taper Neck, einer Goldtop Decke und zwei P-90 Pickups im Stil der ´56 Les Paul Goldtop. Komplett ausgeschrieben hat diese Gitarre von der offiziellen Bezeichnung her allerdings fast den längsten Namen all meiner Gitarren - GIBSON Les Paul Standard 60s Neck P-90 Goldtop Limited Edition. Fast so lang wie der Hals. Einen längeren Namen hat derzeit lediglich die FENDER F(actory) S(pecial) R(un) Deluxe Vintage Players ´62 ((nineteen)sixtytwo) Stratocaster Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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Die bereits an anderer Stelle präsentierte EPIPHONE ´56 Gold Top Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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orientiert sich mit dem typischen Darkback zumindest optisch ziemlich exakt am Original aus der Historic Collection – von der Kopfplatte und den GROVER Mechaniken mit Metallflügeln mal abgesehen.

Bei dem hier präsentierten Modell sind Zarge, Boden und Hals entgegen dem Original nicht in dunklem Mahagoni (Darkback) gehalten, sondern in einem sehr gefälligen rehbraunen Natural. Zusammen mit der Deckenlackierung und den karamelfarbenen Plastikparts (Pickup-Kappen, Toggle-Switch-Kappe, Toggle-Switch-Ring sowie Schlagplatte) sieht das Gesamterscheinungsbild sehr propper und harmonisch aus.

Die vier Poti-Reglerknöpfe fallen heller aus als jene der EPIPHONE Les Paul ´56 Gold Top, harmonieren dennoch oder sogar gerade deswegen hervorragend mit der goldenen Decke und runden das gefällige Paket ab.
A propos Decke. Das Gold der EPIPHONE ist nicht unwesentlich grobkörniger als das der GIBSON.
Die Mechaniken sind jene mit den Plastikflügeln (Tulip Keystone), die auch bei den regulären Les Paul Standards zum Einsatz kommen. Der EPIPHONE hat man – wie oben bereits erwähnt - werksseitig dagegen GROVER Mechaniken mit Metallflügeln (Kidney) verpasst. Des weiteren steht auf der Abdeckung des Halsstabes bei der EPIPHONE '56 Gold Top. Bei der GIBSON ist dort lediglich ein schnöder Aufkleber mit '60s Style Neck angebracht.

Bei der Präsentation der EPIPHONE Les Paul '56 Gold Top hatte ich es im Prinzip schon angemerkt, dass das Original ein heißer Kandidat für meine Sammlung sei. Da hatte ich aber immer das nicht unwesentlich teurere Exemplar aus dem Custom-Shop im Visier.
Als ich jedoch eines Tages mal wieder im Internet stöberte, fiel mir neben einer GIBSON Les Paul Deluxe auch diese GIBSON Les Paul Goldtop auf. Da es sich in beiden Fällen um eine limitierte Auflage handelte, war eine schnelle Entscheidung erforderlich. Also wurden gleich beide Paulas geordert.
Die Custom Shop Version kostete zum Kaufzeitpunkt offiziell schon mal ca. 2.000,- Euro mehr als ich seinerzeit für das hier präsentierte Modell bezahlt habe.
GIBSON ist seit geraumer Zeit sehr bemüht, Kundenwünschen nachzukommen. Die damals laufende Aktion 'GIBSON des Monats' war ein Ergebnis dieser Kundenorientierung. Im Rahmen dieser Aktion wurden in Deutschland gängige Modelle zu besonders attraktiven Preisen für einen begrenzten Zeitraum angeboten werden. Seit der Umstrukturierung des GIBSON Vertriebsweges ist diese Aktion aber wieder gestorben. In den Staaten lief diese Aktion unter dem Namen 'Guitar Of The Month'. Hier wurden mit nicht serienüblichen Features aufgemotzte Serienmodelle in einer weltweit auf 1.000 Stück limitierten Auflage angeboten. Ein schönes Beispiel für solch eine Gitarre ist die GIBSON Les Paul Push Tone Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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welche im Mai 2008 die Ehre hatte, als 'Guitar of the Month' unters Volk gebracht zu werden.

Die GIBSON Les Paul Goldtop P-90 ist nun aber keine 'Gitarre des Monats' und schon gar keine 'GIBSON Of The Month', aber immerhin doch eine Limited Edition. Dank günstigerer Holzlieferanten (unter anderem) war es GIBSON möglich, dieses Modell zu diesem Preis anzubieten. Die Tatsache, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Produktion und um ein in begrenzter Stückzahl importiertes Modell handelt, macht diese Gitarre letztlich sicher doch wertvoller, als sie vom Kaufpreis her eigentlich ist.

Nun konnte ich also feststellen, ob eine GIBSON im Vergleich zur schon saugut klingenden EPIPHONE-Kopie tatsächlich galaktisch genial klingt. Bedenken muss man aber sicherlich auch, dass selbst die hier präsentierte GIBSON Les Paul Standard 60s Neck P-90 Goldtop Limited Edition eigentlich lediglich eine Billigausgabe der ´56 Goldtop aus dem Custom Shop ist und diese wiederum lediglich der Tradition des Originals von 1956 folgt. Wie auch immer – it's a GIBSON und 'only a GIBSON is good enough'. Eigentlich hasse ich mich dafür, dass ich mich nicht davon freisprechen kann, ab und an doch ein Markenfreier zu sein. Meistens gebe ich nichts drauf, sondern lasse Ohren, Hände und Augen entscheiden, aber es gibt Momente da kann auch ich nicht anders. Die Empfehlung einiger Profis, das zu spielen, was einem gefällt und womit man gut klarkommt ohne auf den Namen zu achten ist dabei nur wenig hilfreich. Manchmal ist es eben eine GIBSON, die einem gefällt und mit der man gut klarkommt und/oder die man einfach haben muss.
Fasziniert hat mich weniger das Outfit der Gold Top, sondern der Sound der P-90 Pickups. Wie ich schon bei der EPIPHONE-Kopie anmerkte – es war der etwas andere Single-Coil(s)-Sound, der den Ausschlag gab. Und es wird mit Sicherheit auch nicht die Letzte sein. Wegen der P-90-Bestückung habe ich mir zwischenzeitlich auch noch eine FENDER Jim Adkins JA 90 Telecaster Thinline zugelegt. Heißer Kandidat ist nach wie vor eine EPIPHONE Casino mit P-90 Dog-Ear-Bestückung.
Bestätigt wurde ich in meinem Hörempfinden beim John Fogerty Konzert, welches im TV gezeigt. Da spielt Mr. CCR u.a. eine 1971er GIBSON Les Paul Goldtop Reissue und das Teil bluest und rockt ohne gleichen.
Aber auch bei einem eigentlich typischen Stratocaster Solo weiß eine GIBSON P90 Goldtop zu gefallen – David Gilmour spielt das Solo zu 'Another Brick in the Wall' während der Tour 1980/1981 auf einer GIBSON Les Paul Goldtop mit P-90 Pickups. Das ist schon optisch gewöhnungsbedürftig, klingt aber grandios. Wollte man nun The Wall möglichst authentisch spielen, könnte man nach diesem Erlebnis wählen: Strat oder Les Paul.
Die cremefarbenen P-90 Pickups (Stückpreis damals offiziell 138,04 Euro) sehen zwar gewöhnungsbedürftig aus, bringen aber einen wie ich finde punchigeren Sound als die gewöhnlichen Single Coils bspw. von FENDER. Bei anständiger Lautstärke und mit einer ausgewogenen Portion Bass wirken die P-90 wie ein Schlag in die Magengrube. Die Dinger klingen sehr direkt und straight. Man könnte hier nun zig Adjektive anführen und täte sich dennoch schwer, den Sound korrekt zu beschreiben. Er gefällt mir einfach, dieser P-90 Sound. Mit diesem Empfinden scheine ich nicht alleine da zu stehen, denn diesem Sound können sich immer weniger Gitarristen entziehen.
Die GIBSON-Bestückung ist lauter als die EPIPHONE-Bestückung. Nicht dramatisch aber doch hörbar. Ich will aber nicht unbedingt sagen, dass die EPIPHONE schlechter als die GIBSON klingt und auch nicht, dass die GIBSON besser als die EPIPHONE klingt. Damit werte ich die GIBSON nicht ab, sondern bestenfalls die nicht unerheblich preisgünstigere um nicht zu sagen preiswertere EPIPHONE auf. Letztere ist eine in allen Belangen würdige und gelungene Kopie, die mir bleiben wird, soviel ist sicher. Die GIBSON sowieso.
Ob P-90 Pickups nun in sind oder nicht, ob andere sie auch mögen oder ist, ist mir eigentlich egal. Ich bin ein Typ, der nicht unbedingt jedem neuen Trend bedingungslos folgt. Meistens gehe ich nicht mit der Mode, sondern nach der Mode und vertrete meinen Geschmack auch dann noch, wenn der Trend u.U. schon längst kein Trend mehr ist und schon wieder aus der Mode ist. Hauptsache MIR gefällt es. Und wenn mir etwas gefällt, dann in der Regel nicht für eine Saison und bloß weil es in ist. Auch eine Art von Treue.
Das ist mit Gitarren nicht anders. Ich kann mit gewissen Formen, Typen und Marken selbst geschenkt absolut nichts anfangen. Ich gönne aber jedem, der sie mag, seine noch so ausgefallene Axt jedes noch so ausgeflippten Herstellers. Eine Firebird ist bzw. eine Explorer oder eine Flying V wäre für mich schon das Äußerste der Gefühle. Strat, Tele, Les Paul, ES – die Klassiker und ein paar angelehnte, das ist meine Baustelle. Klassisch halt und basta.
Andererseits bin ich auch nicht so Vintage-versessen wie manch anderer. Mir war es lange Zeit schleierhaft, warum sich jemand für teures Geld (= jenseits 2.000,- Euro) eine nagelneue, bewusst vermackte Gitarre kauft und peinlichst darauf achtet, dass an diese ab Werk vermackte Gitarre bloß kein Kratzer kommt, der ihr nicht im Werk beigebracht wurde. Einzige für mich akzeptable Ausnahme sind Tribute-Modelle wie die Jimi Hendrix-, die Rory Gallagher-Strat, die SRV No. 1, die Jeff Beck Esquire, die Johnny Winter Firebird V oder Eric Clapton´s Blackie-Klon um nur einige zu nennen. Das ist aber auch eher etwas für Sammler mit Geld, weniger für aktive Musiker, die so was wohl auch kaum mit auf die Bühne nehmen würden.
Bei Autos geht das umgekehrt. Da werden Originale besser als neu restauriert, dass man sich damit fast nicht mehr auf die Strasse traut. Es käme ja auch niemand auf die Idee, sein neues Auto bewusst vor eine Wand zu fahren oder in einer Hecke zu parken, bloß damit der Eindruck erweckt wird, dass die Kartoffel richtig was mitgemacht.
Macken passieren und man soll den Dingen trotz aller zu Gebote stehender Vorsicht im Umgang mit diesen Dingen auch ruhig ansehen, dass sie ein gewisses Alter haben.
Am ehesten kann ich die Leute verstehen, die eine Macke nicht als Weltuntergang ansehen, sondern die Auffassung vertreten, dass jede Macke ihre Geschichte hat. Ärgern tun mich Macken an einer Gitarre schon, aber wenn sie nun mal passieren, dann hat man dazu eine Geschichte und diese Macken machen das Instrument individuell. Man selbst ist ja auch nicht frei von Narben. Aber keiner käme auf die Idee, sich selbst Narben beizubringen, bloß damit man für andere interessant wirkt nach dem Motto ''na der hat aber was erlebt in seinem Leben ...''. Oder doch? Tattoos sind da schon was anderes.
Bei meinen Verstärkern mit Soundwahl kommt die Vintage-Einstellung so gut wie nie zum Einsatz. Warum aber dann ein Nachbau einer Gitarre von 1956? Ganz einfach: weil die '56 Goldtop einfach anders ist - trotz Standard Modell anders als der Standard. Weil dieses Teil einfach gut klingt. Ich habe noch keine originale GIBSON Les Paul Goldtop von 1956 wirklich live gehört. Höchstwahrscheinlich klingt die anders. Das, was sowohl die EPIPHONE als auch diese GIBSON liefern, gefällt mir dennoch in höchstem Maße. Von daher mögen die Originale, Historics und V.O.S. klingen wie sie wollen.

Die im GITARRE & BASS-Test bemängelte Qualität der Zargenoberfläche kann ich nicht unbedingt bestätigen. Sicher, weder Boden noch Zargenlackierung sind spiegelglatt, aber von einer Buckelpiste wie im Test bemängelt, kann zumindest bei meiner Goldtop keine Rede sein. Auch die Ausfräsungen in den Kammern sind ohne Beanstandung.
Weder meine GIBSON Les Paul Standard, noch meine GIBSON Les Paul Deluxe Limited Edition, meine GIBSON Les Paul Classic 1960 Reissue und/oder GIBSON Les Paul 1957 Gold Top Historic Collection sind besser oder schlechter verarbeitet. Die Verarbeitung ist in allen Fällen so gut, wie man es für den gezahlten Preis erwarten darf.

Die EPIPHONE-Kopien sind glatter lackiert, was ich aber grundsätzlich dem verwendeten Lack bzw. der Lackdicke zuschreibe. Zusammenfassend betrachtet kommen die EPIPHONE-Kopien dem jeweiligen Vorbild verdammt nahe, so dass eine EPIPHONE immer eine gute Wahl ist. Wer immer noch glaubt, only a GIBSON sei good enough, der wird wohl auch lieber Hohes C statt Onkel Dittmeyer trinken oder umgekehrt.

Obwohl sich figurmäßig weder die GIBSON Les Paul Goldtop Limited Edition noch die EPIPHOPNE Les Paul '56 Gold Top die Butter vom Brot nehmen, ist die GIBSON schwerer (ca. 4.420 g statt ca. 3.950 g). Schwere Knochen würde man jetzt bei einem Menschen sagen. Hebt man beide Gitarren am Kopfplattenübergang an, merkt man den Unterschied kaum. Hält man sie dagegen am Hals und am unteren Gurtknopf in der Waagerechten, merkt man es deutlich. Das Mehrgewicht steckt im Korpus. Den Gewichtsunterschied der Mechaniken zugunsten der EPIPHONE kann man dabei fast vergessen.

Anstelle der üblichen 8-stelligen Seriennummer gibt es hier eine 9-stellige. Getreu der seit 1977 geltenden Codierung stammt dieses Teil hier eindeutig aus dem Jahre 2006, genau vom 27.01.2006. Jetzt fragt sich natürlich jeder, wie das zusammen passt: Produktion im Januar 2006, Präsentation in Deutschland November 2006 als Limited Edition.
Erklärung: Die Limitierung gilt einerseits durchaus für die 21 nach Deutschland importierten Gitarren, nicht aber für das Modell an sich, denn die Produktion ist von der Stückzahl her nicht limitiert. Limitiert ist andererseits die Produktionsdauer, und die könnte zum Zeitpunkt der Lieferung nach Deutschland durchaus schon beendet gewesen sein.
Und da wir Krauts mit Sicherheit mit die letzten gewesen sein dürften, die ihr Kontingent erhalten haben, geht die Rechnung auf.
Wegen der begrenzten Produktionsdauer wird man sie auch nie in einem offiziellen GIBSON-Katalog oder auf der GIBSON-HP finden.

Geliefert wird das gute Stück in einem Koffer, der schon beim Griff nach dem Griff aufmerken lässt. Das fühlt sich anders (ich bin fast geneigt zu sagen angenehmer) als gewohnt an. Die Koffer für dieses Teil kommen aus Canada. Darauf weist ein entsprechender Aufkleber mit Maple-Leaf (Ahornblatt) und zweifachem 'CASE MADE IN CANADA'-Schriftzug neben dem obligatorischen 'GIBSON-USA'-Schriftzug ausdrücklich hin. Die Kofferbespannung besteht aus einem unischwarzen Kunstleder mit einem ganz feinen, gleichmäßigen, geschuppten Reptilienmuster. Die Produktion des Koffers war sicherlich preiswerter als die der Koffer, in denen bspw. eine reguläre Les Paul Standard geliefert wird, obwohl der Hersteller in beiden Fällen zumindest vom Label her derselbe ist. Äußerlich tun sich beide Koffer nichts.
Im Koffer graut es einem. Nein, nein, keine Panik. Die Les Paul ist gut und sicher gebettet, allerdings ist der Plüsch grau und es fehlt das gewohnte Seidendeckchen, mit welchem man sein Schätzchen zudeckt, nachdem man es schlafen gelegt hat und bevor das Licht ausgeschaltet wird. Das Fehlen der Decke fällt zwar auf, stört aber nicht weiter.
Das gewohnte Zahlenschloss hingegen fehlt nicht, auch wenn man es bei den aktuelleren ES 335-Koffern durch ein Ösenschloss ersetzt hat. Ich frage mich nur, wen ein Vorhängeschloss vom Diebstahl abhalten sollte. Da reißt man auch mit einem Zahlenschloss nichts. Wenn so was geklaut wird, dann doch am liebsten mit Koffer. Der bringt schließlich auch gutes Geld und dürfte in Ruhe leicht zu knacken sein (wenn er überhaupt abgeschlossen ist). Bliebe für den Dieb also nur zu hoffen, dass da, wo GIBSON draufsteht auch wirklich GIBSON drin ist.
Solche Spielzeugschlösser sind bestenfalls geeignet, damit von den Bandkollegen niemand ungefragt auf dem Teil rumfiedelt. Wo aber das Vertrauen schon im Eimer ist ...

Korrekt handelt es sich bei dieser GIBSON um eine Les Paul Standard mit einem 60s Slim Taper Neck. Von der Basis her ist sie also identisch mit der GIBSON Les Paul Deluxe Limited Edition. Die hier verwendeten Standard-Bodies sind nämlich so ausgelegt, dass sowohl die Mini-Humbucker der Deluxe als auch die P-90er der Goldtop verbaut werden können. Theoretisch könnte ich mir also auch eine weinrote Les Paul mit P-90ern basteln oder eine Goldtop mit Mini-Humbuckern.

Beide Aspiranten (Goldtop und Deluxe) unterscheiden sich lediglich durch die Lackierung, die Pickups, die Abdeckung '60s Style Neck' Aufkleber bei der Goldtop bzw. 'Deluxe'-Gravur bei der Deluxe) des Halsstabes, sowie die Platte der Klinkenbuchse (Plastik bei der Goldtop, Metall bei der Deluxe). Der Rest ist wie gesagt Les Paul Standard mit P-90 Fräsung und 60s Neck. Das mag jetzt etwas lustlos klingen, was falsch ist. Beide Gitarren bewahren sich nämlich sowohl optisch als auch vom Sound und vom Spielgefühl her trotz einiger grundlegender Gemeinsamkeiten genügend Eigenständigkeit, Charakter, Charme und Individualität.

Trocken klingt die Gold Top wie die Deluxe relativ laut und könnte von daher bei einer Wohnzimmersession auch unverstärkt genutzt werden. Die Vibrationen vor allem der dickeren Saiten spürt man recht deutlich. Diese Eigenschaft findet ihre Vollendung im Sound. Jau, das ist der P-90-Sound wie ich ihn mag.

Ich kenne weder die Leistungsdaten der Original-PUs des original 1956er Modells noch die Daten des 1968 Reissue-Modells oder der Reissues aus der Historic- bzw. V.O.S.-Collection noch die Daten der EPIPHONE. Letztere habe ich bereits präsentiert und ich bin nach wie vor der Auffassung, dass diese Gitarre ein Sahneteil ist. Von daher messe ich die EPIPHONE nicht an der GIBSON, sondern die GIBSON an der EPIPHONE. Das mag den einen oder anderen irritieren. Für mich war im Vorfeld klar, dass ich die EPIPHONE behalten würde – eben weil sie nach meinem Geschmack für ihr Geld unerhört gut ist und somit durchaus als Meßlatte herhalten kann. Von der GIBSON erwartete ich im Grunde nichts anderes, als dass sie die gesetzte Hürde mit Bravour nimmt. Um es kurz zu machen – die GIBSON überzeugt auf ganzer Linie. Sie klingt crisper, differenzierter, frischer. Dennoch, gewaltig ist der Unterschied keineswegs und somit kann ich auch die Klasse der EPIPHONE nur nochmals bestätigen, die mit frischen Saiten der GIBSON sicher noch ein gutes Stück näher käme.

Für Techniker hier noch ein paar Daten: Die Ausgangsleistung der GIBSON PUs beträgt am Hals 7,83 Ohm und am Steg 7,80 Ohm. Nominal also ziemlich ausgewogen. Andererseits nimmt man meines Wissens am Hals üblicherwiese etwas schwächere PUs, weil die Saiten durch die ausladendere Schwingung am Hals weniger Leistung benötigen, als am Steg, wo die Schwingungsmöglichkeiten eingeschränkter sind.

Jetzt kommt natürlich die Standardfrage bei solch einem Vergleich: Warum habe ich 2.200,- Euro zusätzlich für die GIBSON ausgegeben? Money for Nothing? Weit gefehlt. Die GIBSON ist eine echte Bereicherung und ihr Geld sicher wert. Andererseits hätte ich mir die EPIPHONE höchstwahrscheinlich nicht gekauft, wenn ich vorher die GIBSON gehabt hätte. Das gilt im Übrigen auch für alle anderen EPIPHONEs. Trotzdem sind alle EPIPHONEs wunderbare Gitarren. Gemessen an einer GIBSON kommen sie alle mehr als gut weg. Hätte ich eine davon verkauft bzw. gegen eine GIBSON eingetauscht, hätte ich es trotz des Gewinns einer GIBSON irgendwann sicher bereut. Aber wie heißt es doch so schön – der Hättich ist tot. Mit dem aktuellen Zustand kann ich prima leben. Wer könnte das nicht?

UVP: 2.655,- Euro inkl. Koffer, gekauft Dezember 2006 für 2.100,- Euro inkl. Koffer.

die wichtigsten Eckdaten:

Modell: GIBSON Les Paul P-90 Goldtop Limited Edition
Herkunftsland / Baujahr: USA / 2006
Korpus: Vollholz (Mahagoni)
Hals: Mahagoni (lackiert), verleimt
Griffbrett: Palisander mit Perlmutt-Trapez-Einlagen, 22 Bünde
Brücke: Stop-Bar-Tailpiece mit Tune-o-Matic Bridge
Mechaniken / Sattel: GIBSON Deluxe / Kunststoff
Elektronik: 2 P-90 Tonabnehmer mit Keramikmagneten, 3-Weg-Toggle-Schalter, 2 Volumen-, 2 Ton-Regler
Gewicht: ca. 4.420 g
Farbe: Gold
Besonderheit(en): Limited Edition, 1 von 21 nach Deutschland importierten Modellen

siehe auch Test in GITARRE & BASS 12/2006

Links:
GIBSON USA
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