GIBSON Les Paul Custom 'Black Beauty'


GIBSON Les Paul Custom 'Black Beauty'. Wer sich nicht ganz einer GIBSON Les Paul verweigert, gerät nur bei dem Namen schon ins Schwärmen. Die 'Black Beauty' wird als die Königin der Gitarren gehandelt, was von GIBSON auch durchaus so angedacht war/ist. Im Grunde hätte GIBSON der Les Paul Custom auch den Typzusatz V.I.G. (Very Important Guitar) verpassen können.
Was sich bei GIBSON 'Black Beauty' nennen darf und wo der Unterschied zu den aktuell nur als Les Paul Custom ausgewiesenen Modellen liegt, dass konnte mir selbst der Händler, von dem ich diese Gitarre erworben habe, nicht klar beantworten.
Das charakteristische Schwarz heißt nicht einfach Black, sondern Ebony, bisweilen ist auch von Antique Ebony die Rede. Hier wiederum gibt es diverse Custom-Modelle, die diese Bezeichnung alleine wegen ihres schwarzes Outfits und der vorgenannten Attribute verdient haben. Im September 2010 standen folgende Les Paul Custom Varianten (teilweise auch als Linkshänder-Modell) in Schwarz (Ebony) in den Programmen der einschlägig bekannten Großhändler zur Wahl (MP = MUSIK PRODUKTIV, MS = MUSIC STORE, TH = THOMANN:

- Les Paul Custom 1/w P-90 Limited Edition - Listenpreis 3.658,- €, Ladenpreis MS 2.999,- €
- Les Paul Custom Maple Top 2 PU (offener 490R Humbucker am Hals + offener 498T Humbucker am Steg) - Ladenpreis MP 2.619,- € bis MS 2.690,- €
- Les Paul Custom 2 PU (490 R am Hals, 498 T am Steg) (das hier präsentierte Modell) - Listenpreis 3.659,- €, Ladenpreis MS/TH 2.590,- € , 2011 bereits MS/TH 2.949,- €
- Les Paul Custom 1954 Reissue V.O.S. (Vintage Original Spec(s)) 2 PU (AlNiCo V am Hals und P-90 am Steg) - Ladenpreis MP 3.299- €
- Les Paul Custom 1954 2 PU (AlNiCo V am Hals und P-90 am Steg) + Bigsby - Ladenpreis MP 3.779,- € bis MS 3.999,- €
- Les Paul Custom 1955 Historic 2 PU (Burstbucker 1 + Burstbucker 2) - Ladenpreis TH 3.498,- €
- Les Paul Custom ´57 ´Black Beauty´ 2 PU (2 x Burstbucker) - Ladenpreis MP 3.599,- € bis MS 3.698,- € – die einzige, die ausweislich als ´Black Beauty´ angeboten wird.
- Les Paul Custom 1957 V.O.S. 2 PU (2 x Burstbucker) - Ladenpreis MP 3.498,- € bis MS 3.599,- €
- Les Paul Custom 1957 V.O.S. 2 PU (2 x Burstbucker) mit Bigsby - Ladenpreis MP 3.598,- €
- Les Paul Custom 1957 V.O.S. 3 PU (3 x Burstbucker) – Listenpreis 4.307,- €, Ladenpreis MS/TH 2.990,- € bis MP 3.498,- €
- Les Paul Custom 1957 V.O.S. 3 PU (3 x Burstbucker) mit Bigsby (UPE 4.497,- €, Ladenpreis MS/MP 3.479,- €)
- 50th Anniversary 1960 Les Paul Custom 2 PU (2 x Burstbucker) – Listenpreis 4.820,- €, Ladenpreis MS 3.995,- € - unterscheidet sich optisch vom hier präsentierten Modell lediglich durch Gold-Top-Hat-Reglerknöpfer (statt Speed Knobs) und GROVER Kideney Tuner (statt GROVER Rotomatic Tulip-Tuner)
- Les Paul Custom 1968 Authentic 2 PU (mit gebürsteter Nickel Hardware, 2 x '57 Classic Humbucker) - Listenpreis um die 3.600,- €, Ladenpreis MS 2.888,- € bis MP 2.899,- €

Ein Abgleich mit den heutigen Preisen dürfte ganz aufschlußreich sein, vorausgesetzt, das betreffende Modell wird noch im GIBSON-Programm geführt.

Wie dem auch sei - das ist schon mal nicht gerade wenig an Auswahl. Wer konkret eine 'Black Beauty' sucht, der hatte laut 2010er Angebotspallette nur 1 Modell zur Auswahl – das '57er Modell mit 2 Burstbuckern, was nicht nur historisch betrachtet eigentlich falsch ist, denn auch die schwarze Custom mit 3 Pickups wurde als 'Black Beauty' geführt.
Wer eine schwarze Custom sucht (und die meisten wählen eine schwarze Custom und haben dabei in der Regel eine 'Black Beauty' im Sinn), der wird auf eine harte Probe gestellt, denn das Angebot ist größer als selbst ich es erwartet hatte und die Preise differieren um mehr als 1.400,- Euro. Das sind 2 Les Paul Studio Limited WB oder eine Firebird V mit Wechselgeld (Stand Anfang 2011). Mit Sicherheit geht es noch teurer, aber wir wollen es ja nicht gleich übertreiben. Ich bin mit mir selbst schon relativ großzügig und habe die mir selbst gesetzte Grenze notgedrungen von 2.570,- Euro (GIBSON ES 335 Dot Reissue) auf 3.000,- Euro angehoben (aber noch nicht ausgereizt). Kommt vielleicht noch.
Da sich die Preise aber alle Nase lang ändern (und in der Regel steigen), kann man sie, nachdem man sie zur Kenntnis genommen hat, im Prinzip auch gleich wieder vergessen. Ich habe sogar erlebt, dass sich die Preise während meiner Internet-Recherche geändert haben.
Bei den Recherchearbeiten fiel mir ferner auf, dass nicht jeder der ausgewiesenen GIBSON-Vertriebspartner alle genannten Modelle im Programm hat. Die Les Paul Custom 1957 V.O.S. 2 PU mit Bigsby bspw. war eine ganze Zeit gar nicht zu finden. Im September 2010 hatte sie lediglich MUSIK PRODUKTIV im Programm. Dafür war THOMANN der einzige Laden, der eine Les Paul Custom Historic 1955 im Programm hatte.

Kleiner Ausritt in die Historie. Die GIBSON Les Paul Custom debutierte Ende 1953, wobei ich noch kein 1953er Les Paul Custom-Modell gesehen habe. Wie auch immer - die Les Paul Custom wurde als 'Fretless Wonder' angepriesen, weil sie sich so leicht spielen ließ, als ob sie gar keine Bünde hätte.
Schon diese erste Les Paul Custom erhielt den Zusatz 'Black Beauty'. Was wir heute als 'Black Beauty' anhimmeln, ist in der Regel eine Les Paul Custom mit 2 goldenen Humbuckern. Die erste ´Black Beauty´ konnte aber noch gar keine Humbucker haben, denn die wurden ja erst 3 Jahre später als PAFs erstmals bei der 1957er Les Paul Gold Top verbaut.
Der GUITAR VOODOO GUIDE weist unter 'Black Beauty' bestätigend aus, dass es sich dabei um den Spitznamen für die 1953/1954 erschienene erste Version der Les Paul Custom handelt. Dieses Modell zeichnet sich neben den typischen Charakteristika einer Les Paul Custom durch einen P-90 am Steg in Verbindung mit einem AlNiCo V Pickup am Hals aus. In dem Buch 'Gitarren Klassiker' von Tony Bacon (ISBN 978-3-86706-050-9) ist dieses Modell abgebildet. Wie auch immer – ich denke, ich liege nicht falsch, wenn ich meine schwarze Les Paul Custom mit Goldhardware und 2 Humbuckern trotz der historischen Fakten als 'Black Beauty' vorstelle.

Fahren wir in der historischen Betrachtung fort. Wir erinnern uns: 1954 kam die FENDER Stratocaster mit 3 Pickups + Tremolo auf den Markt. Da konnte und wollte GIBSON nicht nur zuschauen. Die Les Paul Custom mit 3 Humbuckern von 1957 war die Antwort auf die FENDER Stratocaster. GIBSON wollte der Strat noch mindestens eins draufsetzen: 3 Humbucker statt 3 Single Coils und die Custom sollte die bis dahin teuerste Gitarre auf dem Markt sein. Krönung dieser Entwicklung war die 1957er Les Paul Custom mit 3 Humbuckern und Bigsby-Tremolo. Dieses Modell wurde später als das Jimmy Page Modell bekannt.
Die Les Paul Custom wurde in den ersten Preislisten noch als 'Deluxe' geführt. Der Einstandspreis lag bei 325,- Dollar – 100,- Dollar mehr, als das Gold Top Modell mit 2 P-90 Tonabnehmern. Nach heutigen Maßstäben ein Schnäppchen, allerdings hatte der Dollar damals einen Gegenwert von 4,20 DM. Für eine GIBSON Les Paul (egal ob Standard oder Deluxe/Custom) mussten also ca. 4 (!) durchschnittliche Monatsgehälter hingeblättert werden. Hätte mein Vater sein sauer verdientes Geld Ende der 50er Jahre in GIBSON Les Pauls investiert, bräuchte ich heute nicht mehr arbeiten. Aber so ...? Wer konnte das aber auch ahnen? Heute kommt man an eine Les Paul Custom zwar verhältnismäßig günstiger ran, aber wollte man sich ein 1954er Original anschaffen, käme man wohl auch mit 4 Monatsgehältern nicht mehr klar.
Als 'Custom' wurden dann wohl erst die 1957 erschienen Modelle mit 3 Pickups tituliert. Eine Les Paul Deluxe (mit EPIPHONE Mini-Humbuckern) gab es erst 1969 wieder.
Von der Les Paul 'Deluxe' bzw. 'Custom' wurden zwischen 1954 und 1960 lediglich 1.912 Einheiten gebaut. Von der Standard wurden von 1952 bis 1960 immerhin 9.557 Einheiten gebaut, was die Exklusivität der Custom-Modelle unterstreicht. Dabei handelt es sich bei der Les Paul Custom im Prinzip lediglich um eine optisch aufgewertete Variante der Les Paul Standard, die allerdings in Handarbeit unter Verwendung erlesenster Materialien hergestellt wird. Die optischen Unterschiede bspw. zu einem Standard Ebony-Modell lesen sich wie folgt:

- Mahagoni-Korpus mit geschnitzter Ahorndecke
- Multi-Layer-Binding = doppeltes, mehrschichtiges Korpus-Binding mit einer auf dem Decken- und Bodenrand umlaufenden Einfassung. Diese Einfassung ist auf der Decke von der Breite her wie das Binding selbst ausgelegt, verfügt jedoch über 3 feine, schwarze Streifen, so dass eine feine, 5-lagige (5-ply) schwarz-weiße Linienführung entsteht. Auf dem Boden ist diese Einfassung lediglich mit 2 feinen, schwarzen Streifen ausgeführt.
- Kopfplatten-Binding
- Perlmutt-Split-Diamond-Einlage auf der Kopfplatte. DAS Custom-Symbol. Der Split-Diamond fällt bei den GIBSONs übrigens größer aus als bei den EPIPHONEs. Dadurch gerät auch die Kopfplatte der EPIPHONEs zierlicher.
- Halsstababdeckung mit weiß eingelassener 'Les Paul Custom'-Gravur.
- Ebenholz-Griffbrett mit Block-Inlays
- Überwiegend Goldhardware
- gekapselte GROVER-Mechaniken mit Metallflügeln (Tulpenform)
- schwarze, 3 lagige Schlagplatte
- Speed Knobs bzw. Gold Top Hat/Mirror Knobs beim 50th Anniversary Modell
- Buchsenplatte aus Metall
- Die Seriennummer CS XXXXXX (CS = Custom Shop) wird nicht gestanzt, sondern mit weißer Tinte aufgedruckt und mit Klarlack überlackiert.

Ist das alles den Preisunterschied zu einer GIBSON Les Paul Standard wert? Das kann ich pauschal weder mit JA noch mit NEIN beantworten. Warum, das mag das nachfolgend beschriebene, selbst erlebte Beispiel dokumentieren.

Vor Wochen vor dem Kauf der hier präsentierten GIBSON Les Paul Custom wurde mir eine GIBSON Les Paul Custom 1968 Authentic angeboten. Klanglich war das Teil der Hammer, hätte sich selbstbewusst in eine Reihe mit meiner 1957 Gold Top aus der Historic Collection stellen können. Optisch sagte mir die Gitarre aber überhaupt nicht zu, da der Lack nicht so glänzend war, wie man es von einer 'Black Beauty' erwartet. Bei einer 'Black Beauty' habe und hatte ich stets eine hochglänzende Lackierung ähnlich wie bei einem Piano vor Augen. Die gebürstete Nickel-Hardware dieses Modells rundete den etwas schmuddeligen Gesamteindruck ab. Es war ein Aschenputtel mit unbestrittenen inneren Qualitäten und ich habe lange mit mir gerungen, ob ich sie nicht doch nehmen soll, zumal der Preis um einiges unter dem regulären Ladenpreis auch der Konkurrenz lag und ich grundsätzlich schon Gitarren mag, die weitaus mehr Potential haben, als es der erste äußere Anschein vermuten lässt.
Meine Vorstellung von einer GIBSON Les Paul 'Black Beauty' ist aber manifestiert und davon rücke ich auch nicht ab. Also ließ ich mir das Modell geben, welches meiner Vorstellung von einer 'Black Beauty' entspricht – eine reguläre GIBSON Les Paul Custom in Hochglanz Ebony. Die spielte ich wie auch die 1968 Authentic über einen ROLAND JC-120 an. Das Ergebnis war ernüchternd. An diesem Modell gemessen hätte ich die oben gestellte Frage, ob die Unterschiede zu einer Les Paul Standard den Preisunterschied rechtfertigen spontan mit 'nie und nimmer' beantwortet. Was macht man da? Ich ließ die Finger von beiden Modellen. Ein Mix aus beiden Gitarren wär's gewesen, die Optik der hochglänzenden Custom und der Sound der 1968 Authentic.

Ich entschloss mich, den Zufall für mich arbeiten zu lassen. Ausgerechnet ich und Zufall. Zufall nennt sich das Schicksal, wenn es nicht erkannt werden will.
Ich beauftragte denjenigen, der mir seine 1957 GIBSON Les Paul Gold Top Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
[EXTERNER LINK]
zur Finanzierung des Buffets anl. seiner eigenen Hochzeit verkauft hat, sich doch mal nach einer schönen, meinen Vorstellungen gerecht werdenden 'Black Beauty' umzuschauen und umzuhören und er war auch ganz zuversichtlich, dass er über kurz oder lang fündig werden würde. Die ganze Nummer lief in der heißen Phase des damaligen GIBSON-Konkurses an, so dass ich eher darauf eingestimmt war, wohl doch besser eine gute gebrauchte Custom zu kaufen, als ein neues Modell, da ich angesichts bekannt gewordener mangelhafter Qualitätskontrollen in eine fabrikneue GIBSON kein großes Vertrauen hatte. Dem wirkte aber letztlich doch der Umstand entgegen, dass die Ware aus dem Custom Shop wohl nach wie vor auf höchstem Niveau gebaut wird, was dieses Teil hier aus dem Jahre 2010 mehr als eindrucksvoll bestätigt.

Im April 2010 gab es eine Gratifikation von fast einem Monatsgehalt und im Mai 2010 das Urlaubsgeld und da legte mein Arbeitgeber sogar noch eine gute Schippe drauf. Ich war liquide und in der überschwänglichen Euphorie wurden eine Digitalkamera, ein Fahrrad, eine SQUIER Classic Vibe Telecaster Thinline Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
[EXTERNER LINK]
gekauft und ein ROLAND JC-120 Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
[EXTERNER LINK]
geordert. Und just in diesem Moment bekam ich eine SMS von meinem 'Scout': ''Moin, Unternehmen Les Paul Custom erfolgreich! Mehr Infos später, Gruß ...''. Parallel dazu bot er mir auch noch gleich eine GIBSON ES 339 an. Ja tolle Wurst – ausgerechnet jetzt. Die ES 339 musste sich leider hinten anstellen und warten, stand aber schon vor der Offerte auf meinem Wunschzettel.
Ein paar Tage später wurde es dann konkreter. Die Gitarre sei im Prinzip neu und sollte 2.300,- Euro kosten. Im Prinzip neu heißt: sie war beim Rock-am-Ring Festival 2010 im GIBSON-Bus ausgestellt gewesen, wurde aber augenscheinlich nicht gespielt – also quasi neu – oder nach Gebrauch wieder perfekt hergerichtet.
Der Laden, der diese Les Paul Custom anbot, hat seinen Sitz in Köln, ist aber weder der MUSIC STORE noch das GUITAR CENTER COLOGNE und ist auch kein offizieller GIBSON Händler. Wie kommt so ein Laden nun an GIBSONs, zumal diese Custom hier nicht die einzige GIBSON war, die zum Verkauf angeboten wurde? Ganz einfach: Dieser Laden macht für GIBSON Einstellarbeiten u.a. an Endorser-Gitarren. Das ist für GIBSON streßfreier, als die Gitarren so wie aus USA geliefert an die Endorser weiter zu geben und sich ggfs. mit irgendwelchen Reklamationen rum zu ärgern. Über diese Schiene kommt man an selektierte Instrumente und diese Custom hier ist solch ein selektiertes Teil.
Nun kaufe ich aber keinesfalls die Katze im Sack – selektiert hin oder her. Das Teil musste und sollte gecheckt werden, denn der Auftrag lautete sinngemäß: ''Wenn Du eine Les Paul Custom 'Black Beauty' findest, die Du ruhigen Gewissens empfehlen kannst, die Du selber kaufen würdest, dann sag Bescheid. Limit sind 3.000,- Euro.''
Das erste Angebot auf dieser Basis war eine Les Paul Custom 'Black Beauty' vom ehemaligen BAP-Gitarristen Klaus 'Major' Heuser. Da hätte aber (mindestens) eine 4 ganz vorne gestanden. Das ist mir der Name des Vorbesitzers nicht wert - auch dann nicht, wenn der Klaus 'Major' Heuser heißt. Abgesehen davon lag die Geige mindestens 1.000,- Euro über dem von mir angedachten Budget.
Ganz am Anfang, als ich nur mal laut über eine GIBSON Les Paul Custom nachgedacht hatte, hat mir mein 'Scout' 3 Tage später eine Custom mit 3 PUs und Bigsby angeboten – für unglaubliche 2.550,- Euro, neu. Ein tolles Angebot, aber es war nicht das, was ich wollte. Ich wollte den Klassiker, 2 PUs, Glanzlack ohne Bigsby. Keine Gitarre mit abgenutztem Lack, kein Jimmy Page- (mit Bigsby) oder Peter Frampton-Modell (ohne Bigsby). Heute könnte ich mich selbst ohrfeigen, dass ich diese Chance nicht genutzt habe, denn dieses Modell kostete schon im September 2012 knapp über 4.000,- Euro.
Andererseits kostete die 'Black Beauty' in der hier präsentierten Ausführung Mitte 2016 auch schon schlappe 3.995,- Euro. Mit der Differenz von 5,- Euro kann ich durchaus leben.
Wie auch immer, meine Geduld wurde schließlich belohnt. Die Gitarre musste jetzt nur noch zum Check nach Siegen. Da in der Musiker-Szene wohl ein reger Pendelverkehr zwischen Köln und Siegen besteht, kam die Gitarre recht schnell bei meinem 'Scout' an. Sein Fazit: ''Hammer. Das ist die strahlendste Les Paul, die ich je in der Hand hatte''. Gott sei Dank baute der Mann seinerzeit gerade sein Haus um, sonst hätte es durchaus sein können, dass er diese Gitarre selbst gekauft hätte.
Schon trocken angespielt überzeugt die Custom. Am Amp setzt sie dem positiven Ersteindruck mit einem 490 R am Hals und einem 498 T am Steg die Krone auf. Wow, diese Gitarre lebt fast schon von alleine und muss nicht erst zum Leben erweckt werden. Diese Gitarre spricht den Spieler an. Kein Vergleich zu der Les Paul Custom, die ich im MUSIC STORE angespielt habe. Sollte die Qualitätsstreuung tatsächlich so groß sein? Die Frage klärt sich am Ende dieser Präsentation. Wer sich in der Ausstattung der einzelnen GIBSON Les Paul Modelle auskennt wird u.U. schon ahnen, wie sich die Sache aufklärt.
Diese Custom hat ein mödermäßiges Sustain, welches sogar das Sustain meiner Firebirds toppt und dazu gehört schon einiges. Die Schwingungen der Saiten sind über Korpus und Hals mehr als deutlich spürbar.
Der Sound ist über alle Schalterstellungen prägnant, differenziert, ausgewogen und niemals mulmig. Das akustische Bild der hohen Saiten wird von den umwickelten Saiten nicht überlagert. Jeder Ton kommt glasklar zur Geltung. Das Verhältnis einzelner Töne zueinander – egal ob auf der gleichen Saiten oder nicht - ist mehr als ausgewogen. Dadurch werden Akkorde differenziert aufgelöst – auch verzerrt. Diese Gitarre ist kein Vergleich zu der Custom, die ich im MUSIC STORE angespielt habe. Da liegen Welten zwischen.
Was weiter begeistert, ist der Umstand, dass sie vom Sound her zwar qualitativ mit meiner 1957 Gold Top problemlos mithalten kann, aber trotzdem total anders klingt.

Die Saitenlage wäre zwar noch minimal optimierungsfähig gewesen, aber so wie abgeliefert ist das Setup immer noch top. Das, was Kollege Ikarus an manchen seiner GIBSONs vom Qualitätsmanagement/-controlling her (vermutlich zu Recht) zu bemängeln hatte, kann ich bei dieser Gitarre nicht feststellen.
Diese Gitarre ist definitiv kein Griff ins Klo, sondern ein echter Glücksgriff.

Trotz aller Begeisterung habe ich doch noch ein (optisches) Haar in der Suppe gefunden. Ich möchte es aber nicht versäumen, darauf hin zu weisen, dass ich nicht danach gesucht habe. Das war auch gar nicht nötig. Das 'Haar' springt einem förmlich ins Gesicht. Es handelt sich um die Kappe für den Toggle-Switch. Die Kappe ist zwar historisch korrekt in Vintage White/Ivory oder wie man das sonst noch nennen mag gehalten, passt aber optisch gar nicht zu dem strahlenden Weiß des Bindings. Was lag da näher, als die Kappe durch eine goldene Metallkappe (von SCHALLER) zu ersetzen. Jetzt sieht sie noch edler aus und wird ihrem Namen noch etwas mehr gerecht – ´Black Beauty´. Aber selbst das lässt sich toppen Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
[EXTERNER LINK]


Jahre später fand ich ein weiteres, deutlich unschöneres Haar. Dazu mehr am Ende dieser Präsentation.

Einige Tage später erhielt ich in Sachen GIBSON Les Paul Custom Post von meinem Scout. Er hat mir das Zertifkat zu dieser Gitarre nachgeschickt. Das Zertifikat ist in einem kleinen Booklet im Postkartenformat untergebracht. Hierin bestätigt und würdigt der Central Manager, Senior Vice President des GIBSON Custom Shop, Rick Gembar, die auf höchstem Standard angesiedelte Handwerkskunst seiner Mitarbeiter bzw. den hohen Qualitätsstandard der Gitarre mit Angabe der Seriennummer. Die passt zur Gitarre.
So weit so gut. Was mich schwer ins Grübeln brachte, war der Umstand, dass auf der Rückseite in Spektralfarben '50th Anniversary' steht. Also ein Jubiläumsmodell. Das mag die außergewöhnliche Qualität dieser Gitarre bestätigen, die sich ungewöhnlich deutlich von der Qualität der im MUSIC STORE angespielten GIBSON Les Paul Custom abhebt. Warum aber habe ich gegrübelt? Nun, die Reglerknöpfe meiner Custom sind sog. Speed Knobs. Die der 1960er Custom 50th Anniversary sind regulär sog. Gold Top Hats/Mirror Knobs. Diese Reglerknöpfe haben eine goldene, eingedellte Kappe, sehen also komplett anders aus, als die Speed Knobs.
Ferner hat das im Internet ausgewiesene 50th Anniversary Modell GROVER Kidney Tuner, meine Custom hat GROVER Tulip Tuner.
Ein Rückfrage ergab, dass GIBSON schon wiederholt abseits der regulären Serie Gitarren gefertigt hat, die man a) in keinem Katalog und b) auf keiner HP findet und die sich c) in Details von der künftigen Serie unterscheiden. Auch in dem Laden, wo ich sie her habe hat man sich schon wiederholt gefragt, was genau das für ein Modell sein soll, weil gewisse Details nicht zusammen gepasst haben. Aber die Gitarren waren eindeutig von GIBSON. Demzufolge wird meine Custom weder eine der regulären Les Paul Customs sein noch ein der exorbitant teuren Jubiläums Customs, aber eigentlich ist sie es laut Zertifikat doch.
So ließe sich auch die Verwendung von GROVER Tulip Tunern statt GROVER Kidney Tunern bzw. Speed Knobs statt Gold Top Hats/Mirror Knobs erklären – schließlich war die Gitarre ja ein Präsentationsmodell, quasi ein Appetithäppchen für die auftretenden Künstler des Rock am Ring-Festivals 2010.
Kurioserweise fand ich die Speed Knobs für eine so edle Gitarre wie die Les Paul Custom schon immer etwas zu modern und hätte mir hier so oder so andere Knöpfe gewünscht. Die Gold Top Hats treffen meinen Geschmack ins Schwarze, um mal bei der Farbgebung einer Black Beauty zu bleiben. Mein Lieferant hat mir die passenden Knöpfe besorgt und so wird meine ´Black Beauty´ auch optisch zu dem, was sie laut Zertifikat ist – eine GIBSON 50th Anniversary 1960 Les Paul Custom. Auch wenn sie damit noch nicht zu dem exorbitant teuren Jubiläumsmodell wird, welches man im Internet findet – so eine wie meine findet man noch seltener, wahrscheinlich bloß einmal.

Fazit: nach dieser Gitarre fällt es ziemlich schwer, sich mit weniger zufrieden zu geben.

Übrigens, den ROLAND JC-120 habe ich am gleichen Tag wie die GIBSON Les Paul Custom bei meinem Händler abgeholt. Zum JC-120 an anderer Stelle mehr.

Listenpreis am Kauftag: 3.659,- Euro (09-2012: 5.504 Dollar = 4.246,- Euro - Quelle: GIBSON HP), gekauft Mai 2010 für 2.300,- Euro inkl. GIBSON Koffer (MUSIC STORE Ladenpreis 09-2012: 3.499,- Euro / Anfang 2016: 4.499,- Euro, Mitte 2016: 3.995,- Euro - sowas nenne ich trotz des 'Preisverfalls' immer noch eine satte Dividende. Ich hätte weder etwas gegen eine Preissteigerung noch gegen einen Sinkflug des Preises, was bspw. eine 'Black Beauty' 3 PU + Bigsby in realistische Reichweiten kommen ließe.

die wichtigsten Eckdaten:

Modell: GIBSON Les Paul Custom 50th Anniversary
Herkunftsland / Baujahr: USA / 2010
Korpus: Vollholz (Mahagoni)
Hals: Mahagoni (lackiert), verleimt
Griffbrett: Ebenholz mit Block-Einlagen, 22 Bünde
Brücke: Stop-Tail-Piece mit Tune-O-Matic Bridge
Mechaniken / Sattel: GROVER Rotomatic / Kunststoff
Elektronik: 2 Humbucker (490 R am Hals, 498 T am Steg), 3-Weg-Toggle-Schalter, 2 Volumen-, 2 Ton-Regler
Gewicht: ca. 4.460 g
Farbe: Ebony
Besonderheit(en): Custom Shop 50th Anniversary-Modell, Gold Hardware, ´Black Beauty´ halt.

Link:
GIBSON USA
Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
[EXTERNER LINK]


das zweite Haar in der Suppe

Als ich eines Tages an meiner im Dezember 2013 erworbenen GIBSON Les Paul Traditional Pro II ´50 Merlot das Pickguard entfernt habe, da die auffallend schön gezeichnete Decke so besser zur Geltung kommt, musste ich mit Entsetzen feststellen, dass die Decke unter dem Pickguard eine deutlich sichtbare, unschöne Macke aufweist. Diese Macke wurde durch die Befestigungsschraube für die Pickguardfixierung am Haltebügel für das Pickguard hervorgerufen. Ursache ist die zu tief angesetzte Bofung für die Befestigung des Haltebügels für das Pickguard. Diese Bohrung sitzt im Idealfall mittig im Binding - dann bleibt die Decke unbeschädigt. Eine Reklamation bei GIBSON hatte zum Tenor, dass die von mir reklamierte Art der Fixierung bei allen GIBSON Les Pauls mit Pickguard so wäre und dass das normal sei. Alles andere wäre ein Glücksfall. Das konnte und wollte ich nicht glauben und habe bei all meinen GIBSON Les Pauls mit Pickguard (zum damaligen Zeitpunkt 8 an der Zahl) die Pickguards demontiert und fiel fast vom Hocker. Bis auf meine 1957 Les Paul Gold Top aus der Historic Collection hatten alle(!!!!!!!) 7 Les Pauls mit Pickguard - inkl. der hier präsentierten Les Paul Custom aus dem GIBSON Custom Shop(!) diese Macke - verursacht durch unsachgemäße Montage des Pickguards.
Die Art und Weise, wie GIBSON mit einer in meinen Augen nach wie vor berechtigten Kundenreklamation umgeht, veranlasste mich, die nachstehende Präsentation ins Netz zu stellen Guitarmaniacs.de und sein Betreiber übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten....auch wenn wir persönlich der Meinung sind, dass dieser Disclaimer völliger Hirnriß ist...
[EXTERNER LINK]


Den dank eines besonnenen und einsichtigen GIBSON-Mitarbeiters letztlich doch gütlichen Ausgang der Nummer möchte ich aber nicht unerwähnt lassen.

Dennoch - durch dieses Erlebnis sensibilisiert würde ich bei jeder GIBSON Les Paul mit traditionell montiertem Pickguard selbiges noch im Laden demontieren lassen und mich davon überzeugen, dass die Decke keine Macke hat, wobei man sich die Demontage fast schenken kann. Erstens sieht man das an der Fixierung der Schraube für den Haltebügel in der Zarge. Zweitens braucht man bloß ein Blatt Papier unter das Pickguard schieben (kann man das Blatt unter dem Pickguard frei bewegen, kann man davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist) und drittens ist die mackenverursachende Fixierung des Pickguards nach Auskunft der GIBSON-Techniker ja normal, quasi ein Authentizitäts- und Echtheitsmerkmal. Zumindest wäre es aber ein triftiges Argument für die Preisverhandlung. Also Augen auf beim GIBSON-Kauf.