Music Man - Steve Morse Sign. HSSH --- Gertrud


Steve Morse also. Alles Klar? Das war doch der Typ, der (von den Dixie Dregs mal ganz abgesehen) mit seinem Album „The Introduction“ dem Eisenwarenhandel einen Aufschwung bescherte … ich glaube nämlich nicht, dass ich der Einzige war, der sich damals einen großen Nagel kaufte, um die Gitarre dran aufzuhängen.
Steve Morse … der Mann spielt wie ein gut geölter Reissverschluß. Eine rasende Geschwindigkeit mit höchster Perfektion, und man hat immer noch das Gefühl: da ist noch Platz!
Na ja … der Frust ist vorbei, Steve Morse ist nach wie vor ein Held auf dem Brett und … Music Man … er spielt Music Man? Das sollte doch mal eine Recherche wert sein.
Ich gebe zu: ich bin gitarrentechnischer Markenfreak. Gibson und Fender. Gibt’s noch was anderes? Nee, ne?
Na ja … jedes Märchen fängt an mit: „Es war einmal …“ Die hohen Zeiten von Gibson und Fender scheinen vorbei und die jungen Wilden drängen nach.
Also Music Man. Mein Kumpel Olli hat was von dieser Marke (LUKE) in seiner Schatzkammer, und war ich anfänglich skeptisch diesem (für mich) bis dahin „No Name“ Brett, so war ich baff erstaunt.
Hey … das läuft! Ich ging dann mal surfen. Hallo? Da gibt’s noch andere? Und … kuck mal ach nee sieh’ mal da … Steve Morse? Hm … den Gedanken an den Nagel habe ich schnell wieder verdrängt und es machte sich Neugier breit. Sollte es neben meinen beiden „Göttern“ Fender & Gibson etwa noch andere …? Diese blasphemische Inspiration machte mir Spaß und … et voila: so kam Gertrud in’s Haus.
Und Gertrud war erstmal die Strafe (der Götter?) für den Seitenblick neben Fender und Gibson.
Ja ja … ich habe Gertrud quasi aus dem Katalog gekauft (eBay) und höre jetzt ganz deutlich das entsetzte, entrüstete & nasenrümpfende: „man kauft keine Gitarre ohne sie vorher zu sehen, zu spielen … etc, usw, blah blah blah und trallalla.“
Schnauze, Fury! Alles Quatsch, wenn man überlegt vorgeht. Kalkulieren ist alles. Und wenn man sich etwas im sogenannten Fernabsatzgesetz auskennt (oder so tut), dann ist das Risiko relativ gering. Auch bei Gitarren aus Amiland … keine Probleme. Es gibt den Käuferschutz (ja, heult nur … aber es funktioniert) und sollte einem das Brett nicht gefallen, dann verkauft man sie hierzulande noch mit Gewinn. Die Marke macht’s! Ich habe einiges aus Übersee … und ein Zonk war nicht dabei.
Zurück zu Gertrud. Geboren wurde sie am 01.02.2001 und sieh hatte seither wohl kein schönes Dasein, denn sie war in einem entsetzlichen Zustand. Dreckig, das Tremolo (Floyd Rose) war lose und rasselte nur noch in der Ausfräsung herum und der Saitenabstand entsprach einer Nylon-Konzertgitarre, auf die man 0,12er Stahl gewickelt hat.
Über 5mm Saitenabstand am 12ten Bund … ein 6-saitiger Eierschneider.
Aber, und das spürte ich (und ich wollte es auch so), sie hatte Potential. Der Hals war gerade, am Trem nichts gebrochen … also alles eine Sache der Einstellung. (Und dafür musste der Verkäufer Federn lassen.)
Ein paar Stunden später war die Saitenlage flach as flach can be und das Tremolo fest verschraubt. Neue Saiten gab’s natürlich auch (ich bekenne mich öffentlich dazu, die Floyd Rose Menschen bei jedem Saitenwechsel auf’s tiefste zu verfluchen, zu verfluchen und nochmal zu verfluchen!)
… und jetzt kam der große Augenblick. Vor dieser Generalüberholung hatte ich Gertrud zwar mal ganz kurz angeschlossen, aber nur zwecks Kontrolle der Elektrik. Ob da überhaupt was geht.
Und was soll ich sagen: Gertrud, die Misshandelte, entpuppte sich zum schwarzen Schwan.
Gertrud ist keine Gitarre. Gertrud ist eine Waffe!!!
Sie sieht so klein und niedlich aus, kleines Köpfchen, kurzes Mensürchen … eideideidei …
Aber wehe wenn sie angeschlossen!!! Wow.
Dieses Modell hat ja 4 Tonabnehmer. HSSH Di Marzio, jeweils 2 DP-205 Morse Signature & DP-108 Vintage Single Coil. Und die Schaltmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen. Bevor ich hier jede Einzelne hinschreibe … hier einfach mal der Link für diejenigen, die es wissen wollen.
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Es ist schon etwas zeitaufwendig die ganzen Schalter mal zu probieren und zu testen, was denn so passiert. Schnell begreift man, wo Humbucker und SingleCoil sind … aber man kann alles noch untereinander mischen und dann noch mit dem Lever-Schalter … da wird einem schwindlig.
Die Bespielbarkeit ist ein Traum. Die kurze Mensur lässt schlaffe Klänge vermuten. Denkste! Die Kleine hat Wucht. Attacke, 1000 nackte Weiber.
Und der Hals sieht auf der Rückseite auch noch wundervoll aus. Wie übrigens alle Music Man Hälse. Dies nur mal nebenbei.
Der Sound lässt keine Wünsche offen, denn es ist aufgrund der unzähligen Schaltmöglichkeiten für jeden Geschmack was dabei, von zart simmselnd bis dreckig gröhlend.
Tja, was soll ich sagen: ich bin von dieser Gitarre begeistert, Gertrud ist ein Arbeitstier.
Aber ich muss auch dazu anmerken: ich bin meinem Glauben treu geblieben. Gibson und Fender sind die Götter, die Götter aus alten Tagen.
Der Spruch: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ zählt für mich allerdings nicht. Es ist die Tradition, aber nicht mehr die Gitarre. Gibson z.B. verzettelt sich mehr in schöne Deckchen, Wiederauflagen und Färbungen als die Qualität der alten Klötze aufrecht zu erhalten.
Eine neue Nash klingt so, wie eine Fender mal geklungen hat und klingen sollte… und auch wenn Gertrud weitgehend an eine Strat erinnert … sie ist eine MusicMan. Und sie ist eine verdammt gute Gitarre. Pardon: … Waffe.