Les Paul Custom: Orville & Burny


Allgemeines zu Orville:
Die Orville-Modellreihe wurde nur von 1988 bis 1998 produziert, die Orville by Gibson gar nur bis 1995. Entsprechend handelt es sich hierbei um Gitarren, die nur einen sehr begrenzten Zeitraum hergestellt wurden. Haben wir damit vielleicht beste Voraussetzungen für eine Wertanlage???! Da wir uns hier nicht in einem Investment-, sondern in einem Forum für Gitarren-Verrückte bewegen, wollen wird diese Aspekt auch nicht weiter betrachten. Bei mir war es so, dass ich schon immer eine Gibson Les Paul Custom mein Eigen nennen wollte, aber bei den Preisen!!! Gelesen hatte ich schon früh von den Gitarren aus Japan, die dort unter der Leitung von Gibson hergestellt und nur für den dortigen Markt gedacht waren. Ob dieses Umstandes bestand erst einmal keine Chance für mich, irgendwann eine zu besitzen. Heute sind wir alle (etwas) älter, (viel) klüger, haben die Globalisierung, das Internet und eBay (ob dies alles ein Segen darstellt, muss jeder für sich selbst beantworten!). Auf Grund dieser Voraussetzungen war es nur noch ein kurzer Weg, eine Orville zu erhalten. Nun gab es auf einmal welche in der Schweiz!!!

K-Modelle im Besonderen:
Die K-Modelle stammen nach heutigem Informationsstand nicht aus Korea, wofür das K in der Seriennummer gehalten wurde. Im Internet las man dazu sehr widersprüchliche Aussagen. Ich hatte darauf hin selbst bei Gibson nachgefragt, ob diese Modelle aus Japan oder Korea stammen. Die Antwort lautete sinngemäß, dass es nie Orvilles aus Korea gab. Diese Aussage scheint aus heutiger Sicht gesichert zu sein. Produziert sollen diese laut Wikipedia nur zwischen 1989 und 1993 bei Terada / Japan sein, wenn dem so wäre, wären sie noch „seltener“ als die Orville by Gibson. Allerdings waren die K-Modelle damals auch nicht so hochpreisig (ca. 75.000,-- Yen zu mehr als 90.000,-- Yen bei der Orville by Gibson).

„Geschichtliche“ Einordnung:
Meiner Meinung nach kann nur (wenn überhaupt) die Epiphone Elite-Serie als legitimer Nachfolger der Orville-Modellreihe gelten. Ich konnte leider noch keine Elite testen bzw. mit einer Orville vergleichen, könnte mir allerdings sehr gut vorstellen, dass die Elite nicht an die Orville heranreicht. Immerhin sprach man damals von „ebenbürtig mit Gibson, vielleicht sogar besser!“ Wenn mich diesbezüglich jemand aufschlauen könnte, wäre ich hierfür sehr dankbar… Denn dies ist nur meine unspezifische Einstellung!!!


DAS SPEZIELLE ZU MEINEN ORVILLAS

Legende:
OSt = Orville Les Paul Standard
OCu = Orville Les Paul Custom
ObG = Orville by Gibson Les Paul Custom
ObGR = Orville by Gibson Les Paul Custom Reissue

Kleine Einleitung:
Obwohl bei allen Dreien der Name Orville die Kopfplatte ziert, zeigen sich doch erhebliche Unterschiede zwischen den drei Damen. Generell treten diese Abweichungen zwischen jedem einzelnen Instrument jeder Serie auf, man muss sich diese daher schon im Detail betrachten. Nicht jede Custom besitzt gleich ein Ebenholzgriffbrett, wie es sich gehört. Am einheitlichsten erscheinen mir hier allerdings die K-Modelle zu sein. Aber fangen wir nun endlich an:

Produzent & Long Tenon Neck:
Die OCu sowie die ObG wurden bei Terada gefertigt, allerdings besitzt nur die ObG einen Long Tenon Neck, wie auch die OSt, die bei Fuji-Gen produziert wurde. Ein K-Modelle mit einem Medium oder Long Tenon Neck konnte ich bis jetzt noch nicht entdecken, anscheinend gibt es das Feature bei diesen Modellen nicht.

Kopfplattenwinkel:
Dieser ist bei allen drei Orvilles identisch und beträgt 14 Grad, ein Maß, das man auch schon bei Gibson zwischen 1966 bis 1973 finden kann.

Trussrod-Cover:
Bei der OSt liegt das Cover nicht auf dem Sattel auf, sondern ist ein gutes Stück darüber platziert (bei den 58er – 60er Les Paul wurde ebenso verfahren – natürlich konnte ich das nur anhand von Fotos aus entsprechender Literatur ersehen). Bei OCu und ObG schließt das Cover direkt am Sattel an.

Mechaniken:
Hier konnte ich bei der OCu und der ObG keine Abweichung feststellen, beide verwenden die gleichen Mechaniken mit der Aufschrift „Made in Japan“ und sehen sehr nach Gotoh aus, was nahe liegend wäre, da diese ebenfalls aus Japan stammen. Die OSt besaß nicht weiter gekennzeichnete Mechaniken im Kluson-Stil.

Brigde-Befestigung:
Ebenso gibt es Differenzen, wenn es um die Brigde-Verankerung geht. Bei OSt und OCu geschieht dies mittels Gewindebolzen, die direkt in den Korpus verschraubt sind, die ObG nimmt hier Buchsen zur Hilfe. Historisch korrekt ist die direkte Verbindung, die Buchse kam erst in den 1970er auf?!!!?

Auch ein tolles Thema bei Orvilles: das Binding
Bei der OSt und ObG wird dieses im Cutaway nicht dicker und verdeckt hierdurch nicht einen Teil der Ahorndecke, sondern wurde genau so dünn ausgebildet, wie am restlichen Korpus. Dies ist nur bei der OCu und ebenso bei meiner 93er Gibson Standard der Fall. OSt und ObG folgen hier eindeutig dem historischen Vorbild.

Griffbrettinlays:
Diese bestehen bei allen Instrumenten der Orville-Klasse leider nur aus Perlmuttimitat (Mother of Kunststoff). Natürlich fehlt ihnen die wunderschöne, dreidimensionale Anmut echten Perlmuts (Mother of pearl). Allerdings kann man diesen Umstand für ca. 300,-- € beheben! oink

Restliche Hardware:
Diese rekrutiert sich bei allen meiner Orvilles aus Japanischer Fertigung. Bei der OSt und OCu kommt jeweils eine ABR-Stil-, bei der ObG eine Nashville-Bridge zum Einsatz. Ebenso stammen die Stoptailpieces aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Humbucker:
Bei den Orville-Modellen wurden Humbucker aus Japan verbaut, die allerdings gar nicht mal so schlecht klingen, wie man das vermuten könnte. Da hat Gibson wohl auch darauf geachtet, dass nicht nur die Verpackung, sondern auch die inneren Wert korrekt zur Art dieser Gitarren passen. Bei den ObG wurden allerlei Gibson-USA-Humbucker verbaut, hier finden wir die Bill Lawrence-PUs ebenso wie die mit der in der Grundplatte gestanzten Patent-Nummer (diese wurden meines Wissens nach Ende der 80er / Anfang der 90er des letzten Jahrhunderts gebaut – immer wenn ich das schreibe, fühle ich mich so alt!!! Geht es Euch da auch so?). Zudem kamen auch PUs mit dem PAF-Stickern oder der großen Gibson USA-Prägung zur Anwendung.

Lacke:
In der Regel sollen die ObG mit Nitro-Lack versiegelt sein (auch kein Muss!), die Orville kommen wohl eher mit Poly-Lack daher. Mittlerweile weiß ich auch, dass meine beiden Orville by Gibson (selbst die Reissue) mit Poly-Lack versiegelt wurden! Der Lack trennt Gibson und Orville-Instrumente somit.

Seriennummern & Produktionsjahr:
Jede der produzierenden Japanischen Firmen hatte ihr eigenes Seriennummern-System, dass teilweise auch über die Jahre Veränderungen unterlag, dennoch lässt sich leicht ermitteln, wann die eigene Orville gebaut wurde. Nehmen wir als Erstes die OCu, hier lautet die Seriennummer K019216, durch das 01 wissen wir, dass die Gitarre von 1991 stammt. Die 9216 ergibt wohl die Produktionsnummer. Die 0 hat keine weitere Bedeutung. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass in einem Jahr 9999 dieser K-Modelle gebaut wurden (dies gäbe zumindest die 4-stellige Seriennummer her), so könnte sie im November 1991 das Licht der Welt erblickt haben (rein statistisch betrachtet natürlich). Bei der OSt und ObG fällt die exakte Bestimmung des Herstellungsmonates leichter: OSt 211218, bedeutet gebaut im November 1992 (2 – 11) als 218. Instrument des Tages – ObG G207470, Juli 1992 (2-07), Produktionsnummer 470. Das G steht hier für die Fabrik Terada. Eine taggenaue Ermittlung des Geburtstages wie bei Gibson scheint allerdings nicht möglich zu sein. Oder???


ERGÄNZUNGEN/ERWEITERUNGEN zur Orville by Gibson Les Paul Custom Reissue
(Update vom 21. + 28.12.2008)

„Geschichtliche“ Einordnung:
Die Reissues wurden nur zwischen 1993 und 1994 als „Top of the line“ Modelle der Orville by Gibson-Palette gebaut. Sie zeigen die größten Übereinstimmungen zum historischen Vorbild, der Gibson Les Paul Custom der ersten Reihe (ab 1957 mit Humbuckern).

Produzent & Long Tenon Neck:
Die hier gezeigte ObGR wurde bei Fuji-Gen hergestellt und stammt aus dem ersten Jahr der Produktion 1993. Einen Long Tenon Neck weißt sie, ebenso wie die OSt und die ObG auf, dieser ist ebenfalls bis unter die Mitte des Hals-Pickups ausgeführt.

Kopfplattenwinkel:
Dieser beträgt abweichend von den drei erstgenannten Orvilles 17 Grad und entspricht hiermit wiederum der historischen Vorlage aus den 1950er-Jahren.

Trussrod-Cover:
Das Cover liegt wie bei der OSt nicht auf dem Sattel auf, ist allerdings etwas tiefer platziert als bei o.g. Orville.

Brigde-Befestigung:
Hier folgt die ObGR dem historischen Vorbild, die Gewindebolzen sind ebenso wie bei der OCu direkt im Korpus verschraubt.

Cutaway- & Hals-Binding:
„Politisch“ korrekt läuft das Binding in der gleichen Breite um den gesamten Korpus, Gleichstand mit der OSt und ObG. Das Hals-Binding der ObGR wurde als Fretbinding ausgeführt, d.h. dieses wurde an den Bundenden hochgezogen (die so genannten Nibs), zu sehen bei allen Gibson-Modellen mit entsprechendem Binding.

Lacke:
Bei den „Top of the line“-Modellen soll ausschließlich Nitrolack zur Anwendung gekommen sein, aber ich kann mich davor bremsen, das Ganze mittels Kältespray zu überprüfen, denn sollte sie wirklich mit Nitro lackiert worden sein, so würden nach der Behandlung mit dem Spray Risse im Lack entstehen. Mutiger war ich bei meiner ObG, allerdings hatte der Lack hierfür nur ein müdes Lächeln übrig, was wohl für Polylack spricht. Aber lassen wir das besser mal bei der ObGR, da es sich sowieso nicht um Nitro handelt (s.o. Lacke)!

Seriennummern & Produktionsjahr:
Bei der Reissue-Reihe von Fuji-Gen lässt sich (so scheint es mir zumindest), analog zu den K-Modellen, der exakte Produktionstag nicht bestimmen. Die Serien-Nummer 3 1350 hier sagt nur aus, dass das Instrument als wohl 1350tes im Jahr 1993 gebaut wurde. Sollte es doch eine Möglichkeit der genaueren Bestimmung des Produktionstages bzw. der Aufschlüsselung dieses Nummerkreises geben, würde mich dies doch sehr interessieren!

Doch nicht so wertvoll oder vielleicht nur ne Kleinigkeit?
Bei der ObGR fiel mir auf, dass es sich bei dem „by Gibson“-Schriftzug wohl nur um einen Aufkleber handelt, der überlackiert wurde. Bei der ObG besteht dieser, ebenso wie der Orville-Schriftzug selbst und dem Split-Diamond aus Perlmutt. Ich hätte dies eher umgekehrt erwartet, aber anscheinend stattete Terada im Gegensatz zu Fuji-Gen seine Instrumente mit etwas mehr Pomp aus.

Modernes Märchen:
Bis dato hatte ich schon 4 Orvilles. Manches mal gibt es zu lesen, dass die Orville by Gibson-Reihe mit Hardware und Pickups aus US-Produktion bestückt sind, bei den Pickups mag dies u.U. zutreffen (allerdings bin ich mir da bei meiner ObGR nicht sicher, es fehlt die eingestanzte Pat-Nummer oder der PAF-Aufkleber der ´57er Gibson Classic-Humbucker. Viel mehr sehen sie denen der OSt sehr ähnlich). Bei allen Modellen wurde die restliche Hardware aus Japan geliefert, bei der ObGR stammen zumindest die Nashville-Bridge sowie das Stoptail nachweislich von Gotoh, eventuell auch die Mechaniken (auch bei meinen weiteren Modellen).
Nachdem meinerseits beide Pickups der ObGR durch ein Seymour Duncan Hot Rodded-Set ersetzt wurden, stellte sich heraus, dass der Vorbesitzer den Steg-PU wohl gegen einen Seymour Duncan 59 BJ austauschte. In Anbetracht der Tatsache bereits einen „Japan-PU“ am Hals vorgefunden zu haben, gehe ich davon aus, dass es am Steg nicht anders war. Soviel zum modernen Märchen der generellen Pickupbestückung aus US-Herstellung!

Meiner Meinung nach wurde an Hardware alles verwandt, was gerade herumlag. Vielleicht hatte man sich zu Beginn der beiden Serien (zur Erinnerung ca. 1988) noch daran gehalten, später wohl eher nicht mehr.

Was wird es denn mal werden? (alles nur Verdachtsmomente?!)
Irgendwo hatte ich mal in einem Forum gelesen, dass bei Terada erst in der Produktion entschieden wurde, was eine K-Orville und was eine niederpreisige Orville by Gibson werden sollte. Wenn man sich die Gleichheit der Kopfplattenform beider anschaut (siehe letztes Foto), stellt man fest, dass bei den K-Modellen lediglich der „by Gibson“ –Schriftzug fehlt. Unterstreichen kann man diese Aussage durchweg, da man ohne weiteres auch ObG´s OHNE Long Tenon Neck finden kann. Ich selbst konnte noch keinen gravierenden Unterschied zwischen beiden Modellreihen feststellen, allerdings kann ich jetzt auch nicht sagen, ob bei den ObG´s bessere Hölzer für Korpus und Hals verwendet wurden, davon gehe ich aber nicht wirklich aus.

Ein wenig rätselhaft ist nur, im Umkehrschluss noch keine K-Orville MIT Long Tenon Neck gesehen zu haben. Zur Erinnerung: in der Überschrift schrieb ich bereits – „alles nur Verdachtsmomente?!“. Wer wird es wohl wissen…?

Soundunterschiede der Customs:
Nachdem ich jetzt einige Tage mit allen dreien verbracht habe, muss ich feststellen, dass die Reissue ob ihres Mahagoni-Korpusses mächtiger klingt, der Tone spielt sich mehr in den Mitten ab, weit aus weniger Höhen gegenüber den beiden Anderen sind festzustellen. Wenn Höhen, dann mehr im Bereich der tieferen Höhen (Ihr wisst, was ich meine! :)). Der Tone hat ein tieferes Grollen, klingt dunkeler und gefährlicher. Sie sticht nicht nur, sondern beisst kräftig zu!!! In wie weit das Ebenholzgriffbrett eine Rolle am Klanggeschehen spielt, kann ich weniger sagen, aber es wird auch schon seinen Teil dazu beitragen.

Auf jeden Fall wird durch die Reissue meine Vorliebe für Les Pauls mit Ebenholzgriffbrett und Vollmahagonikorpus geschürt. Sollten alle Gitarren dieser Bauart so klingen, dann kenne ich meinen Favoriten. Und da diese Insignien nur mit der Custom einhergehen (die mir zudem persönlich besser gefällt, als eine Standard), habe ich doppelt gewonnen.


INTERESSANTES IM DIREKTEN VERGLEICH:
Unterschiede bzw. Übereinstimmungen der Orvilles, als da wären...

Orville Les Paul Standard:
LTN / Bridge mit Gewindebolzen / Palisandergriffbrett / Mahagoni-Ahorn-Korpus / schmales Binding im Cutaway / Halsstabverstellung via Inbusschlüssel / Halswinkel 14 Grad / kein Fret-Binding

Orville Les Paul Custom:
kein LTN / Bridge mit Gewindebolzen / Palisandergriffbrett / Mahagoni-Ahorn-Korpus / breites Binding im Cutaway / Halsstabverstellung via Inbusschlüssel / Halswinkel 14 Grad / kein Fret-Binding

Orville by Gibson Les Paul Custom:
LTN / Bridge mit Buchsen / Palisandergriffbrett / Mahagoni-Ahorn-Korpus / schmales Binding im Cutaway / Halsstabverstellung via „Gibson-Schlüssel“ / Halswinkel 14 Grad / kein Fret-Binding

Orville by Gibson Les Paul Custom Reissue:
LTN / Bridge mit Gewindebolzen / Ebenholzgriffbrett / Mahagoni-Mahagoni-Korpus / schmales Binding im Cutaway / Halsstabverstellung via „Gibson-Schlüssel“ / Halswinkel 17 Grad / Fret-Binding

Orville by Gibson Les Paul Standard:
MTN / Bridge mit Gewindebolzen / Palisandergriffbrett / Mahagoni-Ahorn-Korpus / schmales Binding im Cutaway / Halsstabverstellung via „Gibson-Schlüssel“ / Halswinkel 17 Grad / kein Fret-Binding


Auch wenn ich, wie eingangs erwähnt, kein Spekulant bin, bin ich doch sehr gespannt, wie es mit den Orvilles weiter geht, wie sich die Preise entwickeln und welchen Status sie einmal erreichen werden, das entsprechende Potential dazu haben sie zweifelsohne.

Dies alles habe ich als Hobby-Archäologe zusammengetragen und muss daher nicht der Weisheit letzter Schluss sein!

Solltet Ihr noch weiter Info jeglicher Art zu Orville besitzen, könnt Ihr mir diese gerne zukommen zu lassen. Gerne ergänze ich dann auch meine Ausführungen hier mit Euerem Input.

Besten Dank, dass Ihr bis hierhin durchgehalten habt und ich hoffe, es war etwas interessant für Euch… Über entsprechende Bewertungen würde ich mich natürlich sehr freuen!!!


Zu den Fotos:
Die Fotos 2 - 6 zeigen meine Orville Standard & Custom sowie die Orville by Gibson Custom. Bei den weiteren Fotos kommt statt der Standard die Orville by Gibson Custom Reissue hinzu.

Auf einem Foto könnt Ihr die unterschiedlichen Kopfplattenformen von Fuji-Gen und Terada erkennen (1. Kopfplatte = Fuji-Gen / 2. & 3. = Terada).

Jetzt auch mit ein paar Detailfotos, mehr könnt Ihr den Einzelgalleryen der Orvilles entnehmen. Hier findet Ihr auch die einzelnen Umbausteps in chronologischer Abfolge.



BURNY Les Paul Custom:
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Als Neuzugang begrüßen wir in der Gallery eine Burny Les Paul Custom in seltener 3-Pickup-Ausführung.

Die Burny wurde in dieser Ausführung (verbundenes Split-Diamond-Inlay gegenüber der Originalausführung der Gibson Les Paul Custom) wohl ab ca. 1987 gebaut. Eine Serien-Nummer oder Modellbezeichnung lässt sich nicht finden. Als Hersteller der Burny zeichnet Fuji-Gen / Japan verantwortlich, die auch diverse Orville-Reihen gebaut hatten.

Die Parallelen zur Orville by Gibson Les Paul Custom Reissue bestehen zum einen im Vollmahagoni-Korpus, den Nibs des Griffbrettbindings und der Verankerung der Bridge mittels Gewindestangen. Dafür weist sie keinen Long Tenon Neck (wie K-Orville), als auch kein Ebenholzgriffbrett (wie K-Orville & Orville by Gibson Custom) auf. Der Kopfplattenwinkel beträgt 14° (ebenso wie vorgenannte Orvilles).

Die Pickups rekrutieren sich aus (wie ich erfahren habe) aus der zweiten Generation der VH-1-Modelle. Der Toogleswitch stammt von Switchcraft, dies ist ein durchaus positiver Punkt, der die Burny von den Orvilles unterscheidet. Die restliche Hardware wurde von Herstellern aus Japan geliefert.

Material- & Verarbeitungstechnisch liegt die Burny mit den Orvilles auf Augenhöhe, klanglich ebenso, wenn man die höhenlastigen Pickups gegen andere austauscht...

Aber natürlich besitzt die Burny auch ihre Einzel-Gallery.



1992er Orville by Gibson Les Paul Standard Vintage Sunburst:
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Was mir in meiner Sammlung noch unbedingt fehlte und ich auch schon immer haben wollte, war eine Plaintop Standard (siehe auch Galerienstartfoto). Allerdings durfte es keine in Cherry Sunburst sein. Sehr wenige Modelle gefielen mir bis dato in diesem Farbton...

Wie das oft so vorkommt, schlendert man an den elektronischen Verkaufsbuden vorbei und auf einmal entdeckt man (s)eine Gitarre, die sofort zu einem spricht, so im Falle der Standard hier: wunderbarer Farbton, wurderbares Plaintop - Vintage Sunburst.

Der Entschluss war schnell gefaßt und die Standard in den virtuellen Warenkorb gelegt, aus dem sie nach einer kurzen Reise aus Japan bald von mir entnommen werden durfte. Und natürlich war sie in echt noch schöner, als auf den Fotos, zudem noch erstklassig verarbeitet und gut klingend. Der Koffer strömt einen Touch Lifton aus, auch wenn er natürlich nicht so hochwertig daher kommt, aber immerhin!

Alsbald wurde die Hardware gegen allerlei hochwertigerem Equipment von Montreux, Gibson und Crazyparts ersetzt. Alles natürlich in geageder Ausführung, passend zum sonstigen Erscheinungsbild der alten Dame.

Letztendlich entschied ich mich auch noch für eine Totaloperation der Pickups. Bei ihr kommt nun ein Set Bare Knuckle Painkiller mit geageden cremefarbenen Spulen zum Einsatz. Sie sollte definitiv nicht vintage sein, sondern richtig Alarm machen. Passend dazu zeigt sich auch das Halsprofil als 60 slim/tapered, wie man es von den Gibson Les Paul Classic her kennt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich die kleinen, fitzeligen Keramikkondensatoren gegen PIO-Komponenten ersetzt. In dem Zusammenhang wäre noch interessant zu erwähnen, dass zumindest der Humbucker am Neck nicht von Gibson stammt, scheint ein Noname zu sein. In wie weit er bereits ausgetauscht wurde, kann ich nicht sagen.

Erscheinungsbild und Tone passen bei ihr vielleicht nicht zusammen. Auf der anderen Seite ist das natürlich ein weiterer interessanter Aspekt der alten Lady mit modernem Tone!

P.S. mittlerweile hat mich die hier ebenfalls gezeigte Burny Les Paul Custom verlassen! :(