GIBSON Les Paul Custom 'Black Beauty'- ein Klassiker. Die hier trägt offiziell keinen 'Black Beauty'-Zusatz, aber interessiert mich das? NAHEIN!!!
Das ist keine Fotomontage. Die überdimensionierte Kopfplatte ...
... gab es vor Jahren bei THOMANN mal als Deko zu kaufen. Die weißen Flächen (Split Diamond, GIBSON-Schriftzug, Binding) sind von innen Kobalt-Blau beleuchtet. Kommt bei gedimmter Restbeleuchtung rattenscharf.
Trotz üppiger Gold Hardware ...
... wirkt die Les Paul Custom nicht überladen.
... auch dann nicht, wenn man sie auf Gold bettet. Die Vintage-White Toggle-Schalter-Kappe soll zwar historisch korrekt sein, passt aber zu all dem Gold und Schwarz und strahlendem Weiß des Bindings nicht wirklich und wurde deshalb ...
... durch eine goldene Kappe von SCHALLER ersetzt. Ich denke ...
... die für die Kappe investierten 2,60 Euro rechnen sich.
Ein altbewährtes Prinzip und der Garant für einen satten und vollen Ton - ...
... Stop-Bar-Tailpiece, Tune-o-Matic-Bridge, 498 T Humbucker am Steg. Am Hals sorgt ein 490 R für einen noch satteren, noch volleren und noch runderen Ton.
Schnöde Chrom-Hardware würde dem Edel-Status der Custom kaum gerecht, da kann man sie drehen und ...
... wenden, wie man will.
Speed Knobs - manchem Puristen sicher zu modern. Zugegeben, die goldenen Vintage Kappen mit den untergeschraubten Markern haben auch was für sich. Der Optik wegen wurden die Speed Knobs zwischenzeitlich ...
... durch Gold-Top-Hat Knobs (wie beim 1960 Les Paul Custom 50th Anniversary-Modell - she. nächstes Foto) ersetzt, was der 'Black Beauty' ...
... insgesamt ein deutlich mehr edleres Flair und Ausstrahlung verleiht. Das hier ist ein Internet-Foto einer 1960 Les Paul Custom 50th Anniversary. Der optisch "gravierende" Unterschied zur präsentierten Les Paul Custom liegt in dem angegilbten Binding und der vergilbten Toggle-Kappe (die ich bei diesem Modell aber auch ausgetauscht hätte).
Auf der Front wird die Optik durch ein 7(!)-lagiges, schwarz-weiß-Binding aufgewertet. Der kleine, feine Unterschied zum Schwestermodell von EPIPHONE: Das Binding der EPIPHONE ist auf der Front "nur" 5 lagig.
Auf der Unterseite ist das Binding "nur" 5-lagig ausgeführt (Sparmaßnahme ? ;-)). Hier nimmt die GIBSON der EPIPHONE keine Butter vom Brot - wozu auch, man sieht sie ja eh meist von vorne und da sagt ein Blick auf die Kopfplatte ja alles.
Zwei Vorteile der Metallplatte: sieht besser aus und ist stabiler. Aus dieser Perspektive kann ich den Speed Knobs sogar wieder etwas abgewinnen. So sch... sehen sie doch nicht aus.
tiefschwarz, wie es sich für eine ´Black Beauty´ gehört.
Wie bei einem Flügel - pechschwarz und spiegelblank. Von daher hätte man die Lackierung statt ´Ebony´ auch ´Piano Black´ nennen können.
Wenn man partout wollte, könnte man hier mäkeln, dass die Fachabdeckung nicht bündig mit dem Boden abschließt. Wir wollen nicht päpstlicher sein, als der Papst. Mich stört es offen gestanden nicht. Insgesamt ist sie sauber eingelassen.
Hals-Korpus-Übergang
Da geht das Herz auf. Mit Kidney-Tunern und den bereits installierten Gold-Top-Hat Knobs wäre sie eine exakte Kopie der ca. 1.000,- Euro teureren 1960 Les Paul Custom 50th Anniversary. Aber wozu, wenn einem die Tulip-Tuner besser gefallen? Passt so auch besser zur GIBSON-Deko (she. Fotos 2 + 3).
Der Split Diamond - DAS Symbol für eine Les Paul Custom. Bei den Les Paul Customs von EPIPHONE ist der Split Diamond zierlicher, was sich in den Proportionen auch auf die Kopfplatte auswirkt.
Wer´s bis jetzt noch nicht geglaubt hat. Garantiert NICHT aus dem Zubehör.
Der direkte Vergleich bringt es deutlich an den Tag: die GIBSON-Kopfplatte ist nicht unwesentlich größer als die der EPIPHONE. Die Befestigung der Halsstababdeckung und die Kontur der Kopfplatte selbst sind weitere untrügliche Unterscheidungsmerkmale.
Aufgefallen ist mir der Unterschied aber erst, als ich den Bereich zwischen den Mechaniken mit einem bei Mondschein unter Wasser gewebten Putztuch aus Hühnerschwanzbaumwolle gereinigt habe. Zur besseren Anschauung ...
... habe ich mal einen Mini-Catzilla (das Original gehört Billy Gibbons) zwischen die Mechaniken der GIBSON Les Paul Custom platziert. Das Modell passt exakt in den Zwischenraum. Bei der ...
... EPIPHONE Les Paul Custom muß der Catzilla zumindest teilweise quasi auf dem Bürgersteig parken. Die GROVER-Mechaniken (übrigens die gleichen wie beim GIBSON Original) liegen deutlich enger zusammen. Insgesamt ist die Kopfplatte der GIBSON deutlich breiter, was die 10 Gramm Gewichtsdifferenz zugunsten der GIBSON erklären mag. Kann aber auch an 2 fehlenden Binding-Lagen liegen.
Das Zertifikat - einerseits bestätigt und würdigt der Central Manager und Senior Vice President des GIBSON Custom Shop, Rick Gembar, die auf höchstem Standard angesiedelte Handwerkskunst seiner Mitarbeiter bzw. den hohen Qualitätsstandard der Gitarre. Soviel kann ICH bestätigen: er hat nicht übertrieben. Allerdings hat nicht nur diese GIBSON Les Paul unterm Pickguard eine unschöne Macke ab Werk.
Andererseits offenbarte die Rückseite des Zertifikates eine kleine Überraschung - bei der Gitarre handelt es sich um ein Jubiläumsmodell (50th Anniversary). Die Gitarre klingt besser als Vergleichsmodelle gleichen Typs. Später erfuhr ich, dass es sich bei dieser Les Paul Custom wohl um ein sog. Endorser-Instrument handelt. Das sind besonders sorgfältig gearbeitete und selektierte Instrumente.